Bel­gi­en wie­der auf Kurs

Die »Ro­ten Teu­fel« fei­er­ten ge­gen Ir­land ei­nen kla­ren 3:0-Er­folg und kür­ten da­mit Ita­li­en zum Sie­ger der Grup­pe E.

Die Presse am Sonntag - - Euro2016 - VON SENTA WINTNER

Als Ge­heim­fa­vo­rit war Bel­gi­en in die­se EM-End­run­de ge­star­tet, die 0:2-Auf­tak­tnie­der­la­ge ge­gen Ita­li­en hat­te die Mann­schaft von Marc Wil­mots je­doch un­sanft auf den Bo­den der Rea­li­tät ge­holt. In der Hei­mat ha­gel­te es nicht nur Kri­tik an der un­taug­li­chen Tak­tik, son­dern auch am schwa­chen Auf­tre­ten der bei­den hoch­ge­lob­ten Flü­gel­spie­ler Eden Ha­zard und Ke­vin De Bruy­ne. Im Vor­feld der Par­tie ge­gen Ir­land ver­such­te Wil­mots, den Druck auf sei­ne Spie­ler et­was zu re­du­zie­ren. „Es geht nicht um Le­ben und Tod, aber es ist ein sehr wich­ti­ges Spiel“, sag­te der 47-Jäh­ri­ge, der in sei­ner ak­ti­ven Kar­rie­re „Kampf­schwein“ge­tauft wor­den war.

Auch die Sta­tis­tik mach­te Bel­gi­en Mut: Bei gro­ßen Tur­nie­ren wa­ren die „Ro­ten Teu­fel“ge­gen Ir­land noch un­ge­schla­gen, in sie­ben Spie­len bei Welt­und Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten gab es bis da­to zwei Sie­ge und fünf Un­ent­schie­den. Den bis­her letz­ten Sieg er­kämpf­ten die Iren 1966 (3:2) in ei­nem Freund­schafts­match.

Die Bel­gi­er wa­ren von Be­ginn an be­müht, die­se Se­rie fort­zu­set­zen, und star­te­ten am­bi­tio­niert und druck­voll in die Par­tie. Wie schon ge­gen Ita­li­en fan­den sie ge­gen tief ste­hen­de Ir­län­der je- doch kaum Räu­me, lie­fen sich im­mer wie­der im Men­schen­block rund um den geg­ne­ri­schen Straf­raum fest. Trotz drü­cken­der Über­le­gen­heit blie­ben ein zu hoch an­ge­tra­ge­ner Schuss Ha­zards (21.) so­wie ein zu Recht ab­er­kann­tes Ab­seits­tor von Fer­rei­ra-Car­ras­cos (24.) die ma­ge­re Aus­beu­te der ers­ten Hälf­te.

Um­so ful­mi­nan­ter ging es in der zwei­ten Halb­zeit los: Wäh­rend die Iren ge­dank­lich viel­leicht noch in der Ka­bi­ne wa­ren, zün­de­te De Bruy­ne auf der rech­ten Sei­te den Tur­bo und ließ gleich zwei Ge­gen­spie­ler ste­hen. Sein Qu­er­pass fand Lu­ka­ku, und der Ever­tonTor­jä­ger traf zum 1:0 (48.). Bel­gi­en ließ nun die Iren kom­men, was die­se auch ver­such­ten – al­ler­dings mit un­taug­li­chen Mit­teln. Auf der Ge­gen­sei­te de­mons­trier­ten die Bel­gi­er blitz­schnel­les Um­schalt­spiel in Per­fek­ti­on: Fer­rei­raCar­ras­co setz­te sich am Flü­gel durch, sei­ne Flan­ke fand den auf­ge­rück­ten Witsel, und schon stand es 2:0 (61.). We­nig spä­ter zer­stör­te Lu­ka­ku mit sei­nem zwei­ten Tor auch die letz­ten iri­schen Hoff­nun­gen, ein ein­zi­ger Pass ge­nüg­te, um nach Ball­ge­winn an der ei­ge­nen Tor­li­nie die Iren völ­lig auf­zu­rei­ßen (70.). Trotz der am En­de kla­ren Nie­der­la­ge fei­er­ten die Fans ih­re „Boys in Gre­en“ge­wohnt en­thu­si­as­tisch.

Bel­gi­ens Sieg kür­te Ita­li­en zum Grup­pen­sie­ger. Für Ir­land ist das letz­te Grup­pen­spiel ge­gen die be­reits qua­li­fi­zier­ten Ita­lie­ner wohl ein Fern­du­ell mit Schwe­den um den drit­ten Ta­bel­len­platz.

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