Ein iPad für Win­dows-Lieb­ha­ber

Das Samsung Ta­bPro S fühlt sich an wie ein iPad – es lä­chelt ei­nem aber Win­dows 10 ent­ge­gen. Das funk­tio­niert gut. Lei­der ist das Ta­blet aber ähn­lich ein­ge­schränkt wie das App­le-Teil.

Die Presse am Sonntag - - Spielzeug - VON NI­KO­LAUS JILCH

Kur­ze Zu­sam­men­fas­sung: Es gibt Han­dys, Ta­blets, Lap­tops und voll­stän­di­ge Com­pu­ter, die meist un­ter Schreib­ti­schen her­um­ste­hen. Aber die Gren­zen ver­schwim­men. Nicht nur zwi­schen den Ge­rä­te­klas­sen, auch zwi­schen den Be­triebs­sys­te­men. Ne­ben dem Ever­green Win­dows hat App­le mit MacOS (für Com­pu­ter und Lap­tops) und iOS (für Han­dys und Ta­blets) gleich zwei Sys­te­me eta­bliert. Goog­le hat mit An­dro­id ei­ne All­zweck­waf­fe für Han­dys und Ta­blets ent­wi­ckelt, die theo­re­tisch auch bald auf Lap­tops lan­den könn­te.

Das Ren­nen ist ex­trem span­nend, denn al­le drei gro­ßen Her­stel­ler ver­fol­gen un­ter­schied­li­che Stra­te­gi­en. Mi­cro­soft hat mit dem Sur­face gleich ei­ne ganz neue Pro­dukt­ka­te­go­rie ge­schaf­fen – et­was, das bis­her App­le vor­be­hal­ten war. Das Sur­face ist so­zu­sa­gen das mis­sing link zwi­schen Ta­blet und Lap­top. Sein gro­ßer Vor­teil liegt da­rin, dass Win­dows im­mer stär­ker für Touch­screens op­ti­miert wird. Win­dows hat dank sei­ner Ver­brei­tung ei­ne gro­ße Pa­let­te an Apps zu bie­ten. App­les kürz­lich vor­ge­stell­tes iPad Pro, das den Lap­top er­set­zen soll, geht in ei­ne ähn­li­che Rich­tung. Samsung hat mit dem Ta­bPro S bei­de Kon­zep­te ver­schmol­zen. Klei­ner Spei­cher. Das 12,9-Zoll-Ta­blet ist ein Lap­top aus der Sur­face-Klas­se. Heißt: Die Tas­ta­tur ist gleich­zei­tig die Schutz­hül­le. An­ders als beim Sur­face ist die Tas­ta­tur­hül­le beim Ta­bPro aber schon in­klu­diert, was das Ge­rät mit rund 1000 Eu­ro ein biss­chen güns­ti­ger macht als das bil­ligs­te Sur­face. Da­für muss der Samsung-User auf ei­ni­ge An­schlüs­se ver­zich­ten. Ähn­lich wie App­les iPad oder das neue MacBook ver­fügt das Ta­bPro nur über ei­nen ein­zi­gen Ste­cker (USB-C), der auch für die Strom­ver­sor­gung her­hal­ten muss.

Das Ta­bPro, das mit ei­nem In­tel-m3-Pro­zes­sor aus­ge­stat­tet ist, der kei­ne ak­ti­ven Lüf­ter be­nö­tigt, ist al­so eher als Ta­blet an­ge­legt denn als Lap­top. Es liegt deut­lich bes­ser in der Hand als ein Sur­face und vie­le der an­de­ren Win­dow­sTa­blets – aber den Lap­top wird es nur für Nut­zer er­set­zen kön­nen, die auf ex­ter­ne Ge­rä­te kei­nen Wert le­gen.

Ähn­lich wie dem iPad fehlt dem Ta­bPro auch die Mög­lich­keit ei­ner Spei­cher­er­wei­te­rung durch Mi­croSDKar­ten. Ein Nach­teil selbst ge­gen­über Samsungs an­de­ren Ta­blets, die auf An­dro­id lau­fen – erst recht, da das Ta­bPro vom Werk nur mit 128 GB Spei­cher­platz aus­ge­stat­tet ist.

Die Tas­ta­tur des Ta­bPro kann mit der ei­nes MacBook nicht mit­hal­ten, aber so­lan­ge man dar­auf kei­ne Ro­ma­ne tippt, gibt es da nichts zu me­ckern. Das Track­pad ist al­ler­dings deut­lich klei­ner als beim Sur­face oder an­de­ren Lap­tops. Ein Pro­blem ist, dass Auch Win­dows-PCs wer­den im­mer klei­ner. man den Win­kel des Ta­blets nicht be­lie­big be­stim­men kann – hier hat die Kon­kur­renz von Mi­cro­soft und Co. die Na­se vorn. Tol­ler Schirm. Ei­ne der größ­ten Stär­ken des Ta­bPro ist der Bild­schirm: Wie bei sei­nen Han­dys und an­de­ren Ta­blets setzt Samsung hier auf sA­mo­led, was zu sehr kräf­ti­gen Far­ben führt. Net­flix und Ta­bPro ver­ste­hen sich al­so sehr gut. Der Screen braucht al­ler­dings ei­nen Bild­schirm­scho­ner, da er sonst ein­zu­bren­nen droht – ein Pro­blem, das wir ei­gent­lich über­wun­den hat­ten.

Fa­zit: Wer ein iPad Pro will, aber auf Win­dows aus ir­gend­ei­nem Grund nicht ver­zich­ten kann, ist mit dem Ta­bPro gut be­ra­ten. Wer aber sei­nen Lap­top er­set­zen will, soll­te auf­grund der An­schlüs­se eher zu Mi­cro­softs ori­gi­nal Sur­face Pro grei­fen.

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