Er­fol­ge auf Ra­sen

Oder: War­um Ös­ter­reich auf Gras un­auf­halt­sam von Sieg zu Sieg eilt.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLORIAN ASAMER

wenn sich die Er­fol­ge nicht wie ge­wünscht und nicht dort, wo von al­len er­war­tet, ein­stel­len. Haupt­sa­che, man kann Eu­pho­rie, über­zo­ge­ne Er­war­tun­gen und ei­nen ge­wis­sen Ad­re­na­lin­spie­gel auf­recht­er­hal­ten. Und nach ei­nem un­er­war­te­ten Er­folg kann man ja dann doch wie­der für die an­de­ren die Dau­men hal­ten.

Mit der Aus­rich­tung von Sport­groß­er­eig­nis­sen in Ös­ter­reich wird es wohl so bald nichts mehr wer­den. Ein Land, das nicht in der La­ge ist, ei­ne was­ser­dich­te Wahl des Staats­ober­haupts ab­zu­hal­ten, soll­te man mit grö­be­ren or­ga­ni­sa­to­ri­schen Auf­ga­ben lie­ber nicht über­frach­ten. Was wur­de sich nicht über die USA lus­tig ge­macht, als die­se sich im Jahr 2000 mit der Wahl­ma­schi­nen­pan­ne in Flo­ri­da samt too clo­se to call nicht zwi­schen Ge­or­ge W. Bush und Al Go­re als Prä­si­dent ent­schei­den konn­ten. Da­mals be­en­de­te ein An­ruf von Al Go­re bei Bush, in dem die­ser die Nie­der­la­ge ein­ge­stand, das An­fech­tungs­ge­plän­kel. Nie­der­la­gen ein­zu­ge­ste­hen be­darf ei­ner ge­wis­sen Grö­ße, die man nicht von je­dem er­war­ten kann. Und manch­mal bleibt ei­nem kei­ne an­de­re Wahl, als über das Wet­ter zu spre­chen. Es herbs­telt ir­gend­wie schon den gan­zen Mai und Ju­ni über her­um. Bald ist der Früh­som­mer vor­bei, und bis hier­hin wa­ren kei­ne drei auf­ein­an­der­fol­gen­de Ba­de­ta­ge da­bei. Man kann dem Kli­ma­wan­del ja ganz prin­zi­pi­ell schon nur ab­leh­nend ge­gen­über­ste­hen, mit die­se Art von Er­der­wär­mung (im Win­ter kein Schnee, im Som­mer Sau­wet­ter) ist aber de­fi­ni­tiv kein Blu­men­topf zu ge­win­nen.

Wir war­ten al­so wei­ter ge­dul­dig: auf Son­ne, To­re und Wahl­ge­win­ner.

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