Wie rät­sel­haft ist die­se Lie­be!

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Mes­ser: »Der Mann, der zwei­mal leb­te«. Im gleich­na­mi­gen Sci­ence-Fic­tion-Film spielt Rock Hud­son ei­nen Bank­an­ge­stell­ten, der mit ge­än­der­tem Na­men und Äu­ße­ren ein neu­es Le­ben be­gin­nen darf – das sich aber als ge­nau­so leer her­aus­stellt wie das al­te. Ob der Ti­tel die­ses Lieds auf den Film an­spielt? Es ist ein Lie­bes­lied, aber ein sehr selt­sa­mes. Hier fin­den zu­nächst kei­ne zwei We­sen zu­sam­men, son­dern zwei Zu­stän­de: Die Schön­heit und die Trau­rig­keit, heißt es im Text, wol­len mit­ein­an­der zur Son­ne ge­hen, vor ih­nen lie­ge ein Le­ben, „hell und weit wie ein Son­nen­strahl“. Und wäh­rend sie ein­an­der schon be­rüh­ren, schwärmt der Sän­ger, er sei „voll von dei­ner Lie­be“. So un­klar sein Text schil­lert, so ziel­stre­big treibt ihn die Mu­sik: ein ent­schlos­se­nes Schlag­zeug, Gi­tar­ren wie Such­schein­wer­fer, im­mer ge­bün­del­ter. Das Dra­ma bricht jäh auf den Wor­ten „dei­ner Lie­be“ab, es bleibt nur ein Or­gel­ton. Rät­sel­haft und schön.

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