LE­XI­KON

Die Presse am Sonntag - - Garten - UTE WOLTRON

wahr­schein­lich war das aber Glück. Auch der Ko­ri­an­der ist, als er­klär­te Schne­cken­lieb­lings­spei­se, bes­ser in ei­nem ge­räu­mi­gen Ge­fäß auf­ge­ho­ben. Halb­schat­tig lau­tet hier die De­vi­se, mä­ßig feuch­ter Bo­den und reich­lich Dün­ger. Ko­ri­an­der ver­trägt ab­so­lut kei­ne Stau­näs­se, der Un­ter­topf im schüt­zen­den Was­ser­topf ge­gen Mol­lus­ken darf nie ge­flu­tet sein.

Nach­dem ei­ne ein­zi­ge fet­te Nackt­schne­cke in ei­ner Nacht vier ver­hei­ßungs­vol­le Ka­pu­zi­ner­kres­se­pflan­zen ent­laubt hat – Ver­dau­ungs­be­schwer­den sei­en ihr ver­gönnt – kommt auch die­se schar­fe Köst­lich­keit nur noch in den Topf. Be­son­ders schmack­haft sind die jun­gen Blätt­chen, aber auch die mit­tel­al­ter­li­chen ma­chen sich fein ge­schnit­ten gut in Sa­la­ten. Ei­ne Be­son­der­heit sind die gro­ßen süß-schar­fen Blü­ten, die die Pflan­ze in gro­ßer Zahl der bes­ten Dün­ger über­haupt. Er emp­fahl, ihn mit fei­ner Er­de zu ver­men­gen, die Maul­wür­fe auf­zu­wer­fen pfle­gen, und be­haup­te­te, das frucht­ba­re Ge­misch sei die bes­te Blu­men­er­de. Wo ist die Kuh? Sie könn­ten jetzt Kuh­fla­den sam­meln ge­hen, so wie das vie­le Leu­te frü­her ge­tan ha­ben, bei­spiels­wei­se mei­ne Groß­mut­ter. Doch wo sind die Kuh­wei­den von frü­her ge­blie­ben? Au­ßer­dem: Wenn Ih­nen die­se Be­tä­ti­gung we­ni­ger liegt, so ha­ben Sie auch die Mög­lich­keit, di­ver­se Kuh­fla­den-Dün­ger­pro­duk­te im ein­schlä­gi­gen Fach­han­del luft­dicht ab­ge­packt zu er­wer­ben. Der an­fäng­lich nicht so an­ge­neh­me Ge­ruch ver­flüch­tigt sich in der Tat sehr schnell. Die Pflan­zen be­dan­ken sich da­für mit rei­cher Blü­te, viel Far­be und na­tür­lich auch dem ih­nen ei­ge­nen Wohl­ge­ruch in Form sü­ßer Blü­ten­düf­te.

Kräu­terer­de.

Auf­pas­sen – eben nicht al­le Kräu­ter wol­len die mit Sand ver­misch­te, eher ma­ge­re Kräu­terer­de, die es als Spe­zi­al­sub­strat zu kau­fen gibt. Ver­wen­den Sie sie nur für Schwach­zeh­rer wie Thy­mi­an und Co.

Ern­te.

Wer sei­ne Kräu­ter re­gel­mä­ßig beern­tet, wird mit ste­tem Nach­wuchs be­lohnt, ein gu­tes Bei­spiel da­für ist das Basilikum, aber auch der Schnitt­lauch, der jung viel bes­ser schmeckt als alt.

Trock­nen.

Man­che Kräu­ter wie Ore­ga­no, Thy­mi­an und Ros­ma­rin müs­sen nicht frisch in den Koch­topf, sie ent­wi­ckeln beim Trock­nen so­gar ein noch viel stär­ke­res Aro­ma. Das ist ei­ne Spin­nen­blu­me. und über die ge­sam­te Ve­ge­ta­ti­ons­pha­se hin­weg spen­diert. Als Kn­ab­be­rei zwi­schen­durch und als nicht nur op­ti­scher, son­dern auch ku­li­na­ri­scher Auf­putz auf Spei­sen al­ler Art zu emp­feh­len. Hart im Neh­men. Ro­bus­te­re Kräu­ter wie Thy­mi­an, Lieb­stö­ckel, Ysop, Bohnenkraut, Sal­bei, Ore­ga­no, Schnitt­lauch und so wei­ter kön­nen, müs­sen aber nicht im Topf ge­hal­ten wer­den. Sie kom­men mit den raue­ren Be­din­gun­gen im Beet gut zu­recht. Letz­ter Tipp: Freun­de der Zi­tro­nen­ver­be­ne stel­len die­se in gro­ßen Töp­fen in die vol­le Son­ne und ver­ges­sen auch nicht, sie brav zu gie­ßen und zu dün­gen. Im Herbst wird sie zu­rück­ge­schnit­ten und im Topf im küh­len Kel­ler über­win­tert. Das bringt ei­nen enor­men Start­vor­teil ge­gen­über neu­en klei­nen Ver­be­nen­pflan­zen im fol­gen­den Früh­ling.

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