PFLAN­ZEN

Die Presse am Sonntag - - Leben -

Ei­ne Ve­rän­de­rung der Aus­düns­tungs­düf­te könn­te man mit Knob­lauch oder He­fe er­rei­chen. „Laut Volks­heil­kun­de ein hilf­rei­cher Mü­cken­schutz“, sagt Ärz­tin Andrea Zau­ner-Dungl, die Lei­te­rin des Zen­trums für Tra­di­tio­nel­le chi­ne­si­sche Me­di­zin und Kom­ple­men­tär­me­di­zin an der Do­nau­uni­ver­si­tät Krems. „Zwei bis drei Ze­hen oder ein Tee­löf­fel He­fe soll­ten es täg­lich schon sein.“Wer we­der das ei­ne noch das an­de­re will oder ver­trägt, könn­te das­sel­be mit Vit­amin-B1-Ta­blet­ten er­rei­chen. „De­ren Wir­kung wird aber kon­tro­ver­si­ell be­ur­teilt“, wirft Wolf­gang Ku­bel­ka, Wis­sen­schaft­ler und Pflan­zen­ex­per­te, ein. Eben­so die Wirk­sam­keit von Ko­kos­öl, das zu­neh­mend prä­ven­tiv zur In­sek­ten­ab­wehr an­ge­wen­det wird. Wei­te Klei­dung. Ei­nen ge­wis­sen Stich­schutz bie­tet wei­te Klei­dung. Harald Brug­ger von „Die Um­welt­be­ra­tung“: „Gel­sen und Mü­cken kön­nen durch vie­le Ge­we­be­ar­ten durch­ste­chen, das geht aber nur, wenn die Klei­dung am Kör­per an­liegt.“

Und was brin­gen so­ge­nann­te Mü­cken­ste­cker auf Ba­sis von In­sek­ti­zi­den? Sie ver­trei­ben zwar die Gel­sen, ih­re Gif­te be­las­ten aber die Raum­luft und kön­nen bei emp­find­li­chen Men­schen und Kin­dern un­ter an­de­rem Kopfschmerzen und Schwin­del aus­lö­sen, warnt die Stif­tung Wa­ren­test. Und über UV-Leuch­ten mit Hoch­span­nungs­git­ter liest man in ei­nem In­fo­blatt der Um­welt­be­ra­tung: „So­ge­nann­te In­sek­ten­grills sind ei­ne bru­ta­le und un­se­lek­ti­ve Me­tho­de. Nur et­wa 1,4 Pro­zent der in den UV-Fal­len ge­fan­ge­nen In­sek­ten sind weib­li­che Gel­sen. Da­ge­gen wird ei­ne gro­ße Men­ge an harm­lo­sen In­sek­ten wie Bie­nen und Nacht­fal­ter ge­tö­tet.“( www.um­welt­be­ra­tung.at/gel­sen) An­ti­mü­cken­re­zep­te. Als na­tür­li­che In­sek­ten­ab­wehr könn­te man Duft­lam­pen ein­set­zen. Da­zu emp­fiehlt Wolf­gang Ste­flitsch, Lun­gen­fach­arzt und Vi­ze­Prä­si­dent der Ös­ter­rei­chi­schen Ge­sell­schaft für wis­sen­schaft­li­che Aro­ma­the­ra­pie und Aro­ma­pfle­ge, fol­gen­de äthe­ri­sche Öle: Ci­tro­nella, Eu­ka­lyp­tus, Zi­tro­nen-Eu­ka­lyp­tus, Ro­sen­ge­ra­nie, Le­mon­grass, Zi­tro­ne, Pfef­fer­min­ze oder Ma­jo­ran. Ein an­de­res An­ti-Mos­ki­to-Re­zept: Drei Trop­fen At­las­ze­der, je vier Trop­fen Ci­tro­nella und La­ven­del fein, zwei Trop­fen Pfef­fer­min­ze mit 100 ml Ro­senoder Tee­baum­hy­dro­lat mi­schen, vor Ge­brauch schüt­teln. Ste­flitsch: „Das ist auch für Kin­der ab dem drit­ten Le­bens­jahr ge­eig­net. Man sprüht es mehr­mals täg­lich auf die Haut oder in ge­schlos­se­ne Räu­me.“Nach­satz: Die äthe­ri­schen Öle müs­sen echt, dür­fen nicht ge­panscht sein, sonst scha­den sie mehr als sie nüt­zen.

In­sek­ten ab­weh­ren sol­len auch Haut­cock­tails aus äthe­ri­schen Ölen. Ei­nes von Ste­flitsch’ Re­zep­ten: je sechs Trop­fen Ci­tro­nella­gras ( Cym­bo­po­gon nar­dus) und Zi­tro­ne, je vier Trop­fen Eu­ca­lyp­tus ra­di­ata und Pfef­fer­min­ze in 100 ml Man­del­öl, Se­sam­öl oder Apri­ko­sen­kern­öl ge­ben und ein- bis zwei­mal pro Tag in ge­rin­ger Men­ge auf nack­te Haut­stel­len auf­tra­gen.

Ach­tung aber: Äthe­ri­sche Öle kön­nen all­er­gi­sche Hau­t­re­ak­tio­nen her­vor­ru­fen, da­her vor­her ei­ne ganz ge­rin­ge Men­ge in die Arm­beu­ge ge­ben und tes­ten, wie man re­agiert. Kin­der un­ter ei­nem Jahr soll­ten kei­nes­falls mit äthe­ri­schen Ölen ein­ge­rie­ben wer­den. Mö­gen kei­ne Zug­luft. Zu­dem, so Kri­ti­ker, ver­flie­ge der Duft äthe­ri­scher Öle zu rasch, als dass er wirk­sam In­sek­ten fern­hal­ten kön­ne. Al­so doch che­mi­sche Re­pellents? Die kön­nen bei emp­find­li­chen Men­schen eben­falls un­er­wünsch­te Re­ak­tio­nen aus­lö­sen und soll­ten eben­so bei Kin­dern un­ter ei­nem Jahr kei­nes­falls ein­ge­setzt wer­den – we­gen even­tu­el­ler Schä­di­gung des Zen­tral­ner­ven­sys­tems. „Da eig­nen sich An­ti-Mü­cken-Arm­bän­der und An­ti-Mü­cken-Clips, die seit ei­ni­ger Zeit er­hält­lich sind, viel bes­ser“, sagt Ca­the­ri­ne Ba­der, Apo­the­ke­rin aus Kind­berg. De­ren Wirk­stof­fe sind meist äthe­ri­sche Öle, aber die Haut kommt da­mit nicht in Be­rüh­rung. Ein wei­te­rer Rat von Ba­der: „Re­pellents nie ge­mein­sam mit ei­ner Son­nen­schutz­creme auf­tra­gen, das min­dert den Son­nen­schutz dras­tisch.“Bes­ser: Erst die Son­nen­creme und 15 bis 30 Mi­nu­ten spä­ter den Mü­cken­schutz. Letz­te­ren vor dem Schla­fen­ge­hen un­be­dingt wie­der ab­wa­schen.

Apro­pos Bett: Wer bei of­fe­nem Fens­ter schläft, könn­te sich mit ei­nem Flie­gen­git­ter oder Mos­ki­to­netz die läs­ti­gen In­sek­ten vom Leib hal­ten. Und bei

Ab­wehr.

Pflan­zen und Öle, de­nen In­sek­ten­ab­weh­ren­de Ei­gen­schaf­ten nach­ge­sagt wer­den: Anis­öl, Basilikum, Ber­ga­mot­t­öl, Bir­ken­holz­teer, Cam­pher, Ca­je­put- und Ci­tro­nell­öl, Ei­sen­kraut, Eu­ka­lyp­tus-, Gera­ni­um-, Kat­zen­min­ze- und Kie­fern­öle, Knob­lauch, Ko­kos­nuss-, La­ven­del-, Le­mon­gras­öl, Menthol, Mus­kat-, Nel­ken-, Oran­gen­blü­ten,Pfef­fer­minz-, Ros­ma­rin-, Stern­anis-, San­del­holz-, Tee­baum-, Thy­mi­an-, Wa­chol­der-, Ze­der­nund Zim­t­öl.

Bie­nen.

Ers­te Maß­nah­me bei ei­nem Bie­nen­stich: St­a­chel so­fort ent­fer­nen. In den al­ler­meis­ten Fäl­len ist die Gift­drü­se noch drauf – sie pumpt wei­ter Gift in den Kör­per. Tag hilft es, al­le Fens­ter auf­zu­ma­chen, denn Gel­sen mö­gen Zug­luft ganz und gar nicht.

Hat ei­ne Gel­se ein­mal zu­ge­sto­chen, gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten, die Fol­gen ein­zu­däm­men. Hit­ze hilft. Um­welt­be­ra­ter Harald Brug­ger: „Hit­ze zer­stört die Pro­te­ine der Gel­se, die den Juck­reiz her­vor­ru­fen.“Da gibt es ei­ge­ne Ge­rä­te zu kau­fen, die man auf die Ein­stich­stel­le hält. Brug­ger: „Die­sel­be Wir­kung hat aber auch fol­gen­des al­te Haus­mit­tel: ei­ne Tas­se mit hei­ßer Flüs­sig­keit oder ei­nen heiß ge­mach­ten Löf­fel so­fort an die Ein­stich­stel­le hal­ten.“

An­ti­mü­cken­mit­tel soll­te mŻn nie ge­mein­sŻm mit Son­nen­schutz­cremes Żuf­trŻ­gen.

Das Her­bal Me­di­ci­nal Pro­ducts Com­mit­tee der EMA (Eu­ro­pean Me­di­ci­nes Agen­cy) emp­fiehlt zu­dem St­ein­klee (Me­li­lo­tus of­fi­ci­na­lis) – un­ter an­de­rem als Pflas­ter – bei In­sek­ten­sti­chen. Aro­ma­the­ra­pie-Ex­per­te Ste­flitsch wie­der­um schwärmt vom Im­mor­tel­len-Blü­ten­was­ser: „Nach ei­nem In­sek­ten­stich auf die be­trof­fe­ne Haut­stel­le sprühen und zwar mehr­mals, im Ab­stand von fünf Mi­nu­ten.“ Hilf­rei­cher Spitz­we­ge­rich. Ein an­de­res pflanz­li­ches Mit­tel: Ein Blatt von ei­nem Spitz­we­ge­rich oder ei­ner an­de­ren We­ge­ri­ch­art zer­kau­en und so­fort auf die Stich­stel­le ge­ben. „Das nimmt den Juck­reiz, lin­dert even­tu­el­len Schmerz und ver­hin­dert ei­ne Schwel­lung“, sagt Rein­hard Län­ger von der Ages. Und We­ge­ri­che, so Län­ger, wach­sen in fast je­der Wie­se.

Sticht die Gel­se aber in der Woh­nung zu, sol­len auf­ge­leg­te Zwie­bel-, Kar­tof­fel- oder Zi­tro­nen­schei­ben so­wie Um­schlä­ge mit Es­sig­was­ser den Juck­reiz lin­dern. Wis­sen­schaft­lich er­wie­sen ist das zwar nicht. Aber was tut das, wenn es hilft. Und noch da­zu kei­ner­lei ne­ga­ti­ve Ne­ben­wir­kun­gen hat.

APA

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