Der Kö­nig gleich da­ne­ben

Statt­lich ist auch er, der Nes­sel­kö­nig. Und da­zu ein be­schwing­ter Part­ner für die Wie­sen­rau­te.

Die Presse am Sonntag - - Kralle - UTE WOLTRON

Ein ge­schickt be­pflanz­ter Ge­hölz­rand kann ei­ne ma­gi­sche Zo­ne im Garten sein, wenn das Erd­reich denn nicht zu tro­cken und zu karg ist. In letz­te­rem Fall be­wäh­ren sich nur Pflan­zen, die wirk­lich hart im Neh­men sind, wie et­wa di­ver­se Epi­me­di­um-Ar­ten.

Zur Er­in­ne­rung, das sind El­fen­blu­men, die im Früh­ling aus­ge­spro­chen apart und er­freu­lich früh zu blü­hen pfle­gen. Wer aber in frucht­ba­rer-feuch­te­rer Re­gi­on gärt­nert oder re­gel­mä­ßi­ge Spa­zier­gän­ge mit dem Gar­ten­schlauch nicht scheut, kann vor dunk­lem Ge­hölz­hin­ter­grund un­ter an­de­rem mit fol­gen­der Pflan­zen­kom­bi­na­ti­on be­rau­schen­de Ef­fek­te er­zie­len: Die oben vor­ge­stell­te Wie­sen­rau­te fun­giert als Tän­ze­rin der Lüf­te. Zu ih­ren Fü­ßen be­fin­det sich ei­ne eben­falls sehr be­ach­tens­wer­te Pflan­ze mit dem Na­men Nes­sel­kö­nig. Die bo­ta­ni­sche Be­zeich­nung für die Herr­schaft lau­tet La­mi­um or­va­la. Wun­dern Sie sich nicht, wenn Sie noch nie von ihm ge­hört ha­ben, er ist eben­falls nicht sehr ver­brei­tet, ob­wohl er ei­gent­lich ei­ne hier­zu­lan­de hei­mi­sche, im Sü­den häu­fi­ge­re, im Nor­den kaum an­zu­tref­fen­de Wild­stau­de ist. Har­mo­niert gut mit der Wie­sen­rau­te: der Nes­sel­kö­nig.

Der Nes­sel­kö­nig ist ei­ne Rie­senTaub­nes­sel mit bis zu 60 cm Hö­he, dich­tem, hors­ti­gem Wuchs und in­ter­es­san­ten Lip­pen­blü­ten. Stramm und auf­recht steht er da, kaum ein Schlag­re­gen oder Sturm kann ihn um­wer­fen. Er ist ro­bust, lang­le­big, ge­deiht auch un­ter schwie­ri­ge­ren Be­din­gun­gen, wächst sich al­ler­dings nur in frucht­ba­rem Bo­den zur vol­len Pracht aus.

Er blüht ab April bis in den Ju­ni hin­ein mit gro­ßen, an den Rän­dern fast wei­ßen, be­haar­ten Lip­pen­blü­ten. In­nen und au­ßen sind sie li­la-ro­sa, manch­mal auch recht dun­kel, und stets lus­tig weiß ge­spren­kelt. Sehr at­trak­tiv! Sie kön­nen ihn na­tür­lich auch ab­seits je­des Ge­höl­zes im schat­ti­gen Beet kul­ti­vie­ren, soll­ten da­bei je­doch sei­ne Statt­lich­keit ein­kal­ku­lie­ren. Der Nes­sel­kö­nig neigt nicht zum Wu­chern, samt sich aber mä­ßig selbst aus.

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