Blatt­li­nie

NACH­RICH­TEN AUS DER REDAKTIONSKONFERENZ

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - UW

Neue Che­fin fürs Le­ben, har­tes Le­ben in Wien.

Ein In­ter­view gleicht oft ei­nem Tänz­chen. Zwar ge­rät man mit­un­ter au­ßer Tritt oder kämpft um die Füh­rung, aber letzt­lich ken­nen die Part­ner Schrit­te und Takt. Doch was für Ge­sprä­che mit Po­li­ti­kern, Ex­per­ten, Wirt­schafts­bos­sen stimmt, gilt nur be­dingt, wenn es um so­ge­nann­te So­zi­al­re­por­ta­gen geht. Man trifft auf Leu­te, die sonst sel­ten zu Wort kom­men, da­für häu­fig ver­letz­lich sind. Mehr als sonst braucht es hier An­stand und Re­spekt – wenn auch kein Pa­thos. An­na Thal­ham­mer und Ju­lia Neu­hau­ser ist die­se Übung ge­lun­gen. Thal­ham­mer hat für das Co­ver ju­gend­li­che Ob­dach­lo­se por­trä­tiert: Te­enager, die auf der Stra­ße le­ben – und von der Pro­sti­tu­ti­on. Neu­hau­ser hat die Men­schen hin­ter ei­ner po­li­ti­schen De­bat­te ge­sucht: Sie hat mit Min­dest­si­che­rungs­be­zie­hern ge­re­det.

Auch Eva Win­roi­t­her hat ein fei­nes Ge­spür für ihr Ge­gen­über. Das ist mit ein Grund, war­um sie nun mit An­na-Ma­ria Wall­ner das Le­ben-Res­sort lei­tet. In die­ser Aus­ga­be schreibt sie über Vi­de­os von IS-Aus­stei­gern, die im Netz als An­ti­pro­pa­gan­da wir­ken sol­len. Wei­ters hat Win­roi­t­her ei­ne Antho­lo­gie des Ge­schmacks des Som­mers zu­sam­men­ge­stellt: von Twin­ni bis Pom­mes. Als Le­ben-Che­fin be­erbt Win­roi­t­her Erich Ko­ci­na, der das Res­sort seit Be­ginn ge­lei­tet und nun ab­ge­ge­ben hat. Tex­te fürs Le­ben schreibt er wei­ter. Pas­sen­der­wei­se dies­mal über das Nein­sa­gen. Nein hat Duy­gu Öz­kan net­ter­wei­se nicht ge­sagt, als sie ge­fragt wur­de, ob sie das Por­trät von Musta­fa Ke­mal Ata­türk für die­sen Sonn­tag schafft. Die His­to­ri­ke­rin hat ent­deckt, dass Ata­türk im Jahr 1923 von der „Neu­en Frei­en Pres­se“in­ter­viewt wur­de. Wo­bei auch der in­ter­view­en­de Re­dak­teur von In­ter­es­se ist: Jo­sef Hans La­zar wur­de spä­ter NS-Di­plo­mat – vie­le Na­zis emp­fan­den Be­wun­de­rung für Ata­türk.

Und sonst? Sind auch wir Rio. Mark­ku Dat­ler ist Ihr und un­ser Mann in Bra­si­li­en. Me­dail­len kann Ih­nen un­ser Sport-Res­sort zwar lei­der nicht ver­spre­chen, da­für aber, dass Sie stets „da­bei sind“. Und das ist ja be­kannt­lich al­les, was zählt.

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