Tür­kei: Kurz will Ab­bruch der EU-Ver­hand­lun­gen

Der Flücht­lings©eŻl wer­de nicht hal­ten, meint der Au­ßen­mi­nis­ter. Die EU-Au­ßen­gren­zen soll­ten da­her bes­ser ge­schützt wer­den.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wien. Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) be­kräf­tigt sei­ne For­de­rung nach ei­nem Ab­bruch der EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei – und ist der Auf­fas­sung, dass auch das Flücht­lings­ab­kom­men mit An­ka­ra vor dem Aus steht. „Der Flücht­lings­de­al wird nicht hal­ten“, sag­te Kurz in der „ZiB 2“am Frei­tag­abend. „Jetzt droht das Kar­ten­haus der ver­fehl­ten Flücht­lings­po­li­tik in Eu­ro­pa zu­sam­men­zu­bre­chen.“

Der Mi­nis­ter for­der­te, die EU müs­se „ih­re Haus­auf­ga­ben ma­chen“, um „un­ab­hän­gig und nicht er­press­bar“zu wer­den. Ein En­de der Ver­hand­lun­gen zwi­schen Brüs­sel und An­ka­ra ist für Kurz des­halb „sinn­voll“, weil die Tür­kei sich „in den letz­ten Jah­ren im­mer wei­ter weg von Eu­ro­pa ent­wi­ckelt“und spe­zi­ell in den ver­gan­ge­nen Wo­chen „ei­ne im­mer dra­ma­ti­sche­re Ent­wick­lung“ge­nom­men ha­be. Man ha­be das Flücht­lings­the­ma an die Tür­kei de­le­giert und da­für fi­nan­zi­el­le Zu­wen­dun­gen, ei­ne Vi­sa­li­be­ra­li­sie­rung und die Er­öff­nung neu­er Ka­pi­tel der EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen zu­ge­sagt. Nun er­fül­le die Tür­kei aber nicht die Kri­te­ri­en für die Vi­s­um­frei­heit, und die Vor­aus­set­zun­gen für die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen sei­en nicht ge­ge­ben – wes­halb der Flücht­lings­de­al in ab­seh­ba­rer Zeit schei­tern wer­de.

Kei­ne Zu­stim­mung für sei­ne For­de­rung nach ei­nem Ab­bruch der Ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei fin­det Kurz bei den deutsch­spra­chi­gen Au­ßen­mi­nis­tern. Der deut­sche Au­ßen­mi­nis­ter, Frank-Wal­ter St­ein­mei­er, der Schwei­zer Di­dier Burk­hal­ter und auch ihr lu­xem­bur­gi­scher Kol­le­ge Je­an As­sel­born sind wei­ter für ei­nen Dia­log mit der Tür­kei. Schutz ©er EU-Au­ßen­gren­zen. Ge­gen­über dem deut­schen Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Fo­cus“for­der­te Kurz un­ter­des­sen er­neut ei­nen bes­se­ren Schutz der EU-Au­ßen­gren­zen, um den Flücht­lings­zu­strom ein­zu­däm­men. „Der we­sent­li­che Punkt ist, dass die Men­schen an der Au­ßen­gren­ze ge­stoppt wer­den und die Ret­tung aus dem Mit­tel­meer nicht mehr mit ei­nem Ti­cket nach Mit­tel­eu­ro­pa ver­bun­den ist“, sag­te er. „Wer il­le­gal nach Eu­ro­pa reist, muss auf In­seln an der Au­ßen­gren­ze ver­sorgt und dann in Zen­tren si­che­rer Dritt­staa­ten zu­rück­ge­schickt, nicht wei­ter nach Mit­tel­eu­ro­pa ge­winkt wer­den.“

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