Was ist jetzt nur mit dem Öl­preis los?

Die No­tie­rung des schwar­zen Gol­des war in der Vor­wo­che sehr vo­la­til, grund­sätz­lich hält aber der Ab­wärts­druck an.

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld - JU

Der Roh­öl­markt war in der Vor­wo­che das Spiel­feld der Groß­spe­ku­lan­ten. Sie sind sich ganz of­fen­bar bei Wei­tem nicht dar­über ei­nig, wo­hin die Rei­se geht. Dar­auf deu­ten je­den­falls die ver­gleichs­wei­se wil­den Preis­be­we­gun­gen hin, die im Ex­trem­fall Schwan­kun­gen um über drei Dol­lar je Bar­rel bin­nen we­ni­ger St­un­den mit sich brach­ten.

Zu Wo­chen­be­ginn deu­te­te je­den­falls al­les auf ein Ab­rut­schen der No­tie­run­gen un­ter die 40-Dol­lar-Bar­rie­re hin, be­vor es zur Wo­chen­mit­te sehr scharf nach oben ging. Am Frei­tag herrsch­te wie­der Flau­te, wenn­gleich der Brent-Preis im­mer noch leicht über dem Wert vom Mon­tag lag.

Die Ch­ar­tis­ten, die den schar­fen An­stieg zur Wo­chen­mit­te als Bo­den­bil­dung deu­te­ten und ei­nen Preis­auf­schwung pro­gnos­ti­zier­ten, dürf­ten al­ler­dings eher da­ne­ben­lie­gen. Die „Fun­da­men­tals“spre­chen recht ein­deu­tig da­ge­gen. Grund­sätz­lich ist das Über­an­ge­bot auf dem Welt­markt näm­lich wie­der ge­stie­gen. Es gibt kei­ne An­zei­chen da­für, dass sich dar­an so schnell et­was än­dern wür­de.

Of­fen­bar re­agie­ren Öl­pro­du­zen­ten der­zeit sehr kurz­fris­tig auf die Preis­si­tua­ti­on. Ei­ne Rei­he von An­la­gen mit hö­he­ren Pro­duk­ti­ons­kos­ten muss­te ja im Zu­ge des Preis­ver­falls der ver­gan­ge­nen Jah­re still­ge­legt wer­den. Al­ler­dings nur vor­über­ge­hend. Der zwi­schen­zei­ti­ge An­stieg der Öl­no­tie­rung in die Ge­gend von 50 Dol­lar je Bar­rel ani­mier­te of­fen­bar nicht we­ni­ge Pro­du­zen­ten da­zu, ih­re An­la­gen wie­der in Be­trieb zu neh­men. Die Fol­ge war er­neu­ter Druck auf die Öl­no­tie­run­gen. Dass Sau­dia­ra­bi­en die Prei­se für sei­ne asia­ti­schen Ab­neh­mer ge­senkt hat, las­tet zu­sätz­lich auf dem Welt­markt­preis.

Die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen Wo­chen hat je­den­falls ge­zeigt, dass das En­de der Öl­preis­fah­nen­stan­ge der­zeit bei un­ge­fähr 50 Dol­lar liegt. Um über die­se Hür­de zu kom­men, müss­te die Kon­junk­tur und da­mit die Nach­fra­ge schon sehr kräf­tig an­zie­hen.

Der Öl­preis lässt sich der­zeit al­so in ei­nem Band von ein paar Dol­lar auf oder ab tra­den (Kurz­frist­händ­ler lie­ben solch vo­la­ti­le Zei­ten), mit­tel­fris­tig hält aber eher der Ab­wärts­druck an. Da­mit ist auch für je­ne An­le­ger Vor­sicht an­ge­sagt, die den Öl­preis über öl­af­fi­ne Ak­ti­en zu „spie­len“ver­su­chen.

Der brei­te Ak­ti­en­markt kann mit dem der­zei­ti­gen Öl­preis­ni­veau al­ler­dings recht gut le­ben. Da er­war­ten Ex­per­ten Aus­wir­kun­gen erst, wenn die No­tie­rung recht deut­lich un­ter 40 Dol­lar je Bar­rel fällt. Da­nach sieht es aber zu­min­dest un­mit­tel­bar eher nicht aus.

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