Die ers­te Sta­ti­on heißt Usci­ta

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Eu­ro­t­eu­ro feat. Nin­ja­re di An­ge­lo: „Au­to­grill“. Der Ge­ruch der an der ers­ten Tank­stel­le nach dem Bren­ner ge­kauf­ten, in Plas­tik ver­schweiß­ten Crois­sants – das sei das Ita­li­en ih­rer Ju­gend, sagt ei­ne Be­kann­te. So funk­tio­niert un­ser emo­tio­na­les Ge­dächt­nis, und so funk­tio­niert gu­ter Pop-Mi­ni­ma­lis­mus. Am bes­ten na­tür­lich in der Neue-Wel­le-Tra­di­ti­on. „Wir fah­ren nach Ita­li­en, und al­les, was ich will, ist Au­to­grill“, singt Ni­na Pe­ter­mandl vul­go Nin­ja­re mit fein trai­nier­tem ita­lie­ni­schen Ak­zent zu ei­nem Rhyth­mus, der von Groo­ve par­tout nichts wis­sen will, be­glei­tet von ei­nem ärm­li­chen, aber sau­be­ren Syn­the­si­zer. Fall­wei­se Hand­clap­ping da­zu. Und Grap­pa, Es­pres­so, Pa­ni­ni, Ge­la­ti, Friz­zan­te, Pro­sci­ut­to, Toi­let­ti, al­les eben, was man sich seit Ge­ne­ra­tio­nen von Au­to­grill er­war­ten kann und will. Ein In­stant­som­mer­hit zur so­for­ti­gen Kon­su­ma­ti­on, nach Be­lie­ben mit Nost­al­gie und Iro­nie ab­schme­cken.

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