LEXIKON

Die Presse am Sonntag - - Globus -

Geo­lo­gisch

ge­se­hen zählt Ita­li­en ne­ben Süd­grie­chen­land seit Men­schen­ge­den­ken zu den erd­be­ben­ge­fähr­dets­ten Re­gio­nen Fest­lan­d­eu­ro­pas. Grund ist, dass im Mit­tel­meer­raum die Eu­ra­si­sche und die Afri­ka­ni­sche Kon­ti­nen­tal­plat­te seit Mil­lio­nen Jah­ren ho­ri­zon­tal ge­gen­ein­an­der­kra­chen, wo­bei Afri­ka von Sü­den her­an­rückt, ein bis zwei Zen­ti­me­ter pro Jahr. Der Pro­zess fal­te­te un­ter an­de­rem die Al­pen auf.

Ver­kom­pli­ziert

wird die Sa­che für Ita­li­en, da der Stie­fel und an­gren­zen­de Ge­bie­te et­wa der Ost­al­pen, Kroa­ti­ens, Slo­we­ni­ens so­wie die Adria und Tei­le Si­zi­li­ens auf ei­ner ganz klei­nen Erd­krus­ten­plat­te, der Apu­li­schen Mi­kro­plat­te, lie­gen, die wie ein Split­ter zwi­schen Eu­ro­pa und Afri­ka treibt und von Afri­ka ge­gen Eu­ro­pa ge­drückt wird. Letzt­lich wird die Mi­kro­plat­te von al­len Sei­ten in die Man­gel ge­nom­men, teils über, teils un­ter Eu­ro­pa ge­presst, und frag­men­tiert zu­gleich in­ner­lich, so­dass auch die Kräf­te aus dem flüs­si­gen Erd­man­tel viel­fach bis an die Ober­flä­che wir­ken und et­wa Vul­ka­ne bil­den. Das al­les macht Ita­li­en qua­si zu ei­nem auf Mag­ma trei­ben­den Schutt­hau­fen.

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