LE­XI­KON

Die Presse am Sonntag - - Garten -

fah­ren durf­ten, so pflan­zen Sie in der kom­men­den Sai­son ent­we­der meh­re­re Kür­bis­se in nächs­ter Nä­he zu­ein­an­der. Oder Sie neh­men sich ein Bei­spiel an Keith und neh­men die Be­stäu­bung si­cher­heits­hal­ber selbst in die Hand. Richards-Ak­ti­on wirkt ern­te­för­dernd. Da­zu kön­nen Sie zum Mar­der­haar­pin­sel grei­fen, oder Sie bre­chen ein­fach ei­ne fri­sche männ­li­che Blü­te ab und schüt­teln sie über den weib­li­chen aus. Der oft ge­äu­ßer­te Ver­dacht, es stün­den zu we­nig Bie­nen zur Ver­rich­tung die­ser Auf­ga­be zur Ver­fü­gung, kann zu­min­dest hier nicht er­här­tet wer­den. In un­mit­tel­ba­rer Um­ge­bung hau­sen 17 Bie­nen­völ­ker mit zur Höchst­zeit je an die 40.000 Ar­bei­te­rin­nen. Die Wahr­schein­lich­keit, dass in die­ser Mas­se von Bie­nen kei­ne ein­zi­ge da­bei sein soll­te, die der ver­lo­cken­den

Spei­se­kür­bis.

So wie bei den To­ma­ten gibt es seit ei­ni­gen Jah­ren ei­ne er­freu­li­che, fast ex­plo­si­ons­ar­ti­ge Zu­nah­me un­ter­schied­lichs­ter als Saat­gut zur Ver­fü­gung ste­hen­der Sor­ten aus al­ler Welt.

Grü­ner Hok­kai­do.

Un­ter Fach­leu­ten und Gour­mets gibt die au­ßen grü­ne, in­nen knall­or­an­ge Va­ri­an­te der ja­pa­ni­schen Kür­bis­de­li­ka­tes­se als der bes­te Spei­se­kür­bis über­haupt.

Dün­ger.

Die An­nah­me, zu gut ge­düng­ter Bo­den füh­re zu be­sag­ter Miss­ern­te, ist un­rich­tig. Kür­bis­se brau­chen – nebst Be­stäu­bung ver­steht sich – so­gar sehr viel Nah­rung, um kräf­tig zu ge­dei­hen und Früch­te aus­zu­bil­den. Die Kür­bis­blü­ten sind stets nur kur­ze Zeit ak­tiv. Kür­bis­blü­te ver­fällt, ist denk­bar ge­ring. Für die Be­stäu­bung von Kür­bis­blü­ten ist es jetzt schon zu spät, die Früch­te wür­den wohl nicht mehr aus­rei­fen. Doch was für den Spei­se­kür­bis gilt, kann auf an­de­re Kür­bis­ge­wäch­se wie Zuc­chi­ni über­tra­gen wer­den. Auch in ih­rem Fall kann ei­ne Keith-Richard­sAk­ti­on ern­te­för­dernd aus­wir­ken.

Apro­pos: Die Kür­bis­se brau­chen ewig, bis sie reif und la­ger­fä­hig sind. Be­ge­hen Sie nicht den Feh­ler, sie zu früh ein­zu­la­gern. Erst wenn der Stiel dürr ist, was bis in den No­vem­ber hin­ein dau­ern kann, wird er ab­ge­schnit­ten. Leich­te Frös­te scha­den nur dem Kraut, nicht aber der Frucht. Ein kühl und tro­cken ge­la­ger­ter Spei­se­kür­bis hält gut und gern bis Februar, März, um­so schmerz­li­cher ist die heu­ri­ge Miss­ern­te. Der Pin­sel für die kom­men­de Sai­son liegt je­doch schon be­reit.

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