»Am bes­ten

Von der os­ma­ni­schen zur jun­gen tür­ki­schen Ly­rik: Über ei­nen schwie­ri­gen Neu­be­ginn.

Die Presse am Sonntag - - Kultur - VON AN­NE-CA­THE­RI­NE SI­MON

Wie dich­ten nach dem Kahl­schlag? Wie Ge­dich­te schrei­ben, wenn es plötz­lich be­stimm­te Wor­te nicht mehr gibt, und wenn die Vers­ma­ße, mit de­nen man auf­ge­wach­sen ist, nicht zur neu­en Spra­che pas­sen? Es ist schwer vor­stell­bar, wie es vie­len Dich­tern der 1930er-Jah­re nach der Sprach­re­form un­ter Ata­türk er­ging. Ara­bisch, Per­sisch, Tür­kisch – die os­ma­ni­schen Dich­ter hat­ten aus ei­nem rei­chen Wort­schatz drei­er Spra­chen ge­schöpft, vie­le ara­bi­sche und per­si­sche Lehn­wör­ter wa­ren mit ei­nem Mal ob­so­let. Sie hat­ten auch das ara­bi­sche me­tri­sche Sys­tem ver­wen­det, das nach Län­gen und Kür­zen misst. Die­se Me­tren wa­ren für tür­ki­sche Wör­ter, bei de­nen es nur kur­ze Vo­ka­le gibt, kaum ge­eig­net.

Ata­türks Sprach­re­form hat ge­ra­de die Ly­rik, die in der os­ma­ni­schen Li­te­ra­tur ei­ne Haupt­rol­le ge­spielt hat-

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.