Blatt­li­nie

NACH­RICH­TEN AUS DER REDAKTIONSKONFERENZ

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - AWA

War­um wir kei­ne Wahl ha­ben und mit ei­nem be­rühm­ten Va­ter und sei­nem Sohn re­den.

Ein­mal noch, ein al­ler­al­ler­letz­tes Mal in die­sem Jahr, soll hier von dem Ti­ro­ler Berg­dorf Alp­bach die Re­de sein, in dem ein Teil der Re­dak­ti­on den hal­ben Au­gust ver­bracht hat. Denn es sind Ge­schich­ten wie die von Ka­trin Nuss­mayr, über die man dort im Vor­bei­ge­hen, zwi­schen Alp­ba­cher- und Bög­ler­hof, stol­pern kann. Der nicht ge­ra­de un­be­kann­te ame­ri­ka­ni­sche Öko­nom Jef­frey Sachs war auch in die­sem Jahr zu Gast beim Eu­ro­päi­schen Fo­rum Alp­bach. Dass sein Sohn Adam Ehr­lich Sachs (hüb­scher Vor­na­me für ei­nen Ge­schich­ten­er­zäh­ler, gell?) auch da­bei war, war auf den ers­ten Blick nichts Be­son­de­res. Sachs ju­ni­or hat Sachs se­ni­or schon sehr oft nach Alp­bach be­glei­tet. Doch in die­sem Jahr hat­te das noch ei­nen Grund: Adam Sachs hat ein Buch mit Kurz­ge­schich­ten über die Be­zie­hung von Vä­tern und Söh­nen ge­schrie­ben. Sei­nen ei­ge­nen Va­ter er­wähnt er we­der im Klap­pen­text noch im Buch; über­haupt wis­sen nur sehr we­ni­ge Men­schen, dass die bei­den Va­ter und Sohn sind. Es wirkt fast so, als woll­ten sie ihr Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis bis­her ver­schwei­gen. Um­so schö­ner, dass sie sich be­reit­er­klär­ten, Ka­trin Nuss­mayr ein aus­führ­li­ches und sehr lau­ni­ges In­ter­view zu ge­ben, in dem sie of­fen über ih­re Be­zie­hung spra­chen.

Kol­le­gin Ulrike Weiser hat es im Leitartikel be­reits auf den Punkt ge­bracht: Wenn der All­tag zur Sa­ti­re wird, wird Iro­nie hin­fäl­lig. Des­we­gen schil­dern wir die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen im Bun­des­prä­si­dent­schafts­stich­wahl­wie­der­ho­lungs­di­lem­ma (es gin­ge noch län­ger, wie di­ver­se Bei­spie­le im Netz zei­gen) auf der fol­gen­den Sei­te nüch­tern. Und lie­fern da­zu ein ziem­lich un­iro­ni­sches Brief­wahl-Abc von Ber­na­det­te Bayr­ham­mer, Iris Bo­na­vi­da und Julia Neu­hau­ser aus der In­nen­po­li­tik. Das soll all je­nen, die es (noch) in­ter­es­siert, nä­her­brin­gen, wor­um es ei­gent­lich geht. Oh­ne Iro­nie kann, muss es aber nicht ge­hen. Zum Schluss sei des­halb noch auf Flo­ri­an Asa­mers „Walk of Hä­me“ver­wie­sen.

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