Die unend­li­che Ge­schich­te

Sie steht un­ter kei­nem gu­ten Stern: ©ie Bun­des­prä­si­den­ten­wahl. Jetzt muss sie ver­schoãen wer©en. Bei ©en KŻn©i©Żten giãt es ©er­weil – fŻst – ãu­si­ness Żs usuŻl.

Die Presse am Sonntag - - Inland - VON OLI­VER PINK

Am 8. Ju­li – die Äl­te­ren wer­den sich er­in­nern – hät­te der neue Bun­des­prä­si­dent an­ge­lobt wer­den sol­len. Nun schrei­ben wir den 11. Sep­tem­ber und noch im­mer ist kei­ne An­ge­lo­bung in Aus­sicht, ja es ist so­gar un­ge­wiss, ob es heu­er über­haupt ei­ne sol­che ge­ben wird. Im In­ter­net zir­ku­lie­ren schon T-Shirt-Ent­wür­fe mit dem Auf­druck „Ich war da­bei! Bun­des­prä­si­den­ten­wahl 2016–2019“.

Am Mon­tag hat In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka je­den­falls zu ei­ner Pres­se­kon­fe­renz ge­la­den. Und wenn sich über das Wo­che­n­en­de nicht doch noch ir­gend­ein ju­ris­ti­scher Dreh fin­det, ei­ne Wie­der­wie­der­ho­lung ab­zu­wen­den, dann wird So­bot­ka ge­nau die­se mor­gen ver­kün­den.

Da­von geht auch der Re­gie­rungs­ko­or­di­na­tor des Ko­ali­ti­ons­part­ners SPÖ, Tho­mas Droz­da, aus. Im­mer­hin: Er rech­net noch mit ei­nem Wahl­ter­min in die­sem Jahr. Und der Kanz­ler­amts­mi­nis­ter nimmt den In­nen­mi­nis­ter ex­pli­zit in Schutz: Die Ver­ant­wor­tung für das De­sas­ter lie­ge ein­deu­tig bei je­nem Un­ter­neh­men, das die feh­ler­haf­ten Brief­wahl­kar­ten ge­lie­fert ha­be, so Droz­da. Er­geb­nis der Stich­wahl vom 22. Mai Wahl­kar­ten

Karl Ko­ri­nek, der frü­he­re Prä­si­dent des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs, sieht das ein we­nig an­ders: „Das ist nun ein­mal mehr das Er­geb­nis des Um­stands, dass der Staat im Zu­ge der gan­zen Pri­va­ti­sie­re­rei Staats­funk­tio­nen aus der Hand ge­ge­ben hat“, meint er im Ge­spräch mit der „Pres­se am Sonn­tag“. Ada­mo­vich skep­tisch. Sein Vor­gän­ger, Lud­wig Ada­mo­vich, der spä­te­re Prä­si­den­ten­be­ra­ter, sieht kaum ju­ris­ti­sche Mög­lich­kei­ten, ei­ne Ver­schie­bung noch zu ver­hin­dern und die Wahl zum re­gu­lä­ren Zeit­punkt ab­zu­hal­ten, so­dass die­se auch vor dem Ver­fas­sungs­ge­richt hält. Die Rechts­la­ge sei über­haupt „mehr als dürf­tig“. Im Bun­des­prä­si­den­ten­ge­setz sei kei­ne Ver­schie­bung vor­ge­se­hen, die Na­tio­nal­rats­wahl­ord­nung brin­ge hier auch nicht viel. Man wer­de al­so wohl ein ei­ge­nes Ge­setz da­für brau­chen.

Und die­ses könn­te schon am Di­ens­tag im Par­la­ment ein­ge­bracht wer­den, die Vor­be­rei­tun­gen lau­fen je­den­falls. Der­zeit wird auch über­legt, die­ses Ge­setz even­tu­ell so zu for­mu­lie­ren, dass auch je­ne 16-Jäh­ri­gen, die der­zeit noch von der Wahl aus­ge­schlos­sen sind, wäh­len kön­nen. Dis­ku­tiert wird auch, ob es zu­sätz­li­che Wahl­ta­ge ge­ben soll. Van der Bel­len iro­nisch. Und was ma­chen die bei­den – ei­gent­li­chen – Haupt­dar­stel­ler der­zeit? Alexander Van der Bel­len hat sei­nen Wahl­auf­takt am Frei­tag ab­ge­sagt. Ges­tern gab er dann ei­ne Pres­se­kon­fe­renz. „Wir ha­ben ein Pro­blem in Ös­ter­reich, und was ist die Ur­sa­che des Pro­blems: ein Kleb­stoff“, ana­ly­sier­te er mit iro­ni­schem Un­ter­ton. „Ich ge­be zu, ich war im ers­ten Mo­ment auch ge­nervt.“Aber man müs­se die Kir­che im Dorf las­sen: „Das wer­den wir ja wohl noch lö­sen kön­nen, die­ses Pro­blem.“Van der Bel­len geht je­den­falls von ei­ner Wahl­ver­schie­bung aus. Und füg­te noch lau­nig hin­zu: „Es hat et­was Char­man­tes, den ame­ri­ka­ni­schen Wahl­kampf zu­min­dest in der Län­ge zu schla­gen.“ Ho­fer an­grif­fig. Sein Kon­tra­hent, Norbert Ho­fer, hin­ge­gen hielt sei­nen Wahl­kampf­auf­takt ges­tern wie ge­plant ab: „Wir wol­len un­ser Ös­ter­reich zu­rück“,

APA

Im Fest­zelt in Wels: Norbert Ho­fers Wahl­kampf­auf­takt fand am Sams­tag wie ge­plant statt.

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