Der leid­ge­prüf­te Herr der Wah­len

Die Presse am Sonntag - - Inland - VON KARL ETTINGER

Die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl wird für ihn zum Alb­traum: Ro­bert St­ein be­fin­det sich als Wahl­lei­ter im In­nen­mi­nis­te­ri­um schon wie­der im Au­ge des Hur­ri­kans. Die Wor­te der ver­stor­be­nen In­nen­mi­nis­te­rin Lie­se Prokop (ÖVP) ver­fol­gen Ro­bert St­ein seit de­ren Amts­zeit bis Sil­ves­ter 2006. „Macht es so, dass nicht (er­folg­reich, Anm.) an­ge­foch­ten wird.“Die­ser in­for­mel­le Auf­trag der ehe­ma­li­gen Res­sort­che­fin in der Wie­ner Her­ren­gas­se ist in­zwi­schen nicht mehr er­füll­bar. Denn die er­folg­rei­che An­fech­tung der Stich­wahl für die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl vom 22. Mai durch die FPÖ ist seit 1. Ju­li Rea­li­tät. Aber längst ist die Hof­burg­wahl für den Lei­ter der Wahl­ab­tei­lung im In­nen­mi­nis­te­ri­um zu ei­ner Art Fluch ge­wor­den, weil nun gar die Ver­schie­bung des Wahl­ter­mins am 2. Ok­to­ber we­gen der Schwie­rig­kei­ten um die Wahl­kar­ten be­vor­steht.

Scher­ze über Wah­len kann der 58-jäh­ri­ge Ju­rist oh­ne Al­lü­ren, der nach

Kar­rie­re.

In die Wahl­ab­tei­lung ins In­nen­mi­nis­te­ri­um ist der nun 58-jäh­ri­ge Ju­rist Ro­bert St­ein be­reits 1990 ge­kom­men. Seit 2004 ist er Lei­ter der Wahl­ab­tei­lung. ei­nem Strom­schlag von der Lei­ter ge­fal­len ist und ei­ne Krü­cke braucht, kei­ne mehr hö­ren. Seit 1990 ist der Com­pu­ter­freak in der Wahl­ab­tei­lung des In­nen­res­sorts, seit 2004 als Lei­ter. Aber so ar­beits­in­ten­siv und hart war es noch nie. Ein­mal mehr ist der Va­ter ei­ner er­wach­se­nen Toch­ter im Au­ge des WahlHur­ri­kans, der über Ös­ter­reich zieht. Weil er be­ken­nen­der So­zi­al­de­mo­kat und SPÖ-Vi­ze­be­zirks­chef in Wi­enWäh­ring ist, wird St­ein oh­ne­hin be­son­ders ge­nau auf die Fin­ger ge­schaut.

Für sei­ne Hob­bys wie das Fil­men, vor al­lem aber für den Zweit­wohn­sitz am Timm­en­tor­fer Strand an der Ost­see war heu­er we­gen der Wahl­wie­der­ho­lung an sich schon we­ni­ger Zeit. Mo­men­tan braucht der leid­ge­prüf­te Wahl­chef nicht ein­mal dar­an den­ken.

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