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EMP­FEH­LUN­GEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

Es hat­te schon nach neu­er Kau­feu­pho­rie aus­ge­se­hen, aber EZB­chef Ma­rio Draghi mach­te den Bör­sia­nern die­se Wo­che wie­der ein­mal ih­re Gren­zen klar: Die Ent­schei­dung, am lau­fen­den An­kaufs­pro­gramm vor­erst nichts zu än­dern, führ­te an al­len wich­ti­gen Märk­ten zu schnel­ler Er­nüch­te­rung – und zwang die In­dex­stän­de wie­der in die Seit­wärts­ka­nä­le zu­rück, in de­nen sie seit An­fang Au­gust pen­deln. Der für hei­mi­sche An­le­ger wich­ti­ge deut­sche DAX bei­spiels­wei­se hat es sich recht wohn­lich in der Zo­ne zwi­schen 10.500 und 10.750 Punk­ten ein­ge­rich­tet. Und die­se wird er, wenn nichts Auf­re­gen­des pas­siert, wohl auch nicht so schnell ver­las­sen. We­der nach oben noch nach un­ten.

Sol­che Seit­wärts­pha­sen sind nicht nur für Tra­der schwie­ri­ges Ge­län­de, sie sind auch für mit­tel- und län­ger­fris­tig ori­en­tier­te An­le­ger ver­gleichs­wei­se un­lu­kra­tiv. Wenn man hier ein­steigt, dann je­den­falls im un­te­ren Be­reich des Seit­wärts­ka­nals. Sonst ris­kiert man, gleich ein­mal mit Ver­lus­ten zu star­ten.

Seit­wärts heißt aber nicht, dass sich auch bei Ein­zel­wer­ten we­nig tut. Der hier schon ein­mal be­spro­che­ne, im Tec DAX no­tie­ren­de deut­sche Wind­kraft­an­la­gen­bau­er Nor­dex (ISIN DE000A0D6554) bei­spiels­wei­se hat am Frei­tag ei­nen Sprung von mehr als fünf Pro­zent hin­ge­legt. Nicht schlecht für ei­ne Ak­tie, de­ren im­po­san­ter Hö­hen­flug vor ei­nem Jahr ge­stoppt wor­den war und die ih­ren Hal­tern seit­her eher we­nig Freu­de be­rei­tet hat.

Grund da­für war ei­ne sehr po­si­ti­ve Ana­ly­se der US-In­vest­ment­bank Gold­man Sachs. Dem­nach ist Nor­dex die mit Ab­stand am nied­rigs­ten be­wer­te­te Wind­kraft­ak­tie, was ihr bei dem kon­sta­tier­ten star­ken Un­ter­neh­mens­wachs­tum und den ho­hen Bar­mit­tel­zu­flüs­sen au­ßer­or­dent­li­ches Po­ten­zi­al be­sche­re. Gold­man hebt sein Kurs­ziel je­den­falls von der­zeit 36 auf 44 Eu­ro. Bei ei­nem ak­tu­el­len Kurs von knapp 26,50 sieht die Sa­che tat­säch­lich lu­kra­tiv aus, so sich der Kurs auch nur halb­wegs an die Gold­man-Pro­gno­se hält.

Der ab­so­lu­te Ge­win­ner im deut­schen Leit­in­dex DAX war am Frei­tag die Ak­tie der Deut­schen Bank (ISIN DE0005140008), die um fast fünf Pro­zent in die Hö­he schoss. Aus­lö­ser für die plötz­li­che Ab­fahrt der in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ex­trem nie­der­ge­prü­gel­ten Ak­tie wa­ren Mel­dun­gen über ei­ne bal­di­ge Ei­ni­gung mit den USBe­hör­den im Streit um US-Hy­po­the­ken­ge­schäf­te. Wie es hieß, wer­de der Ver­gleich ei­ne Straf­zah­lung be­inhal­ten, de­ren Um­fang deut­lich un­ter den bis­he­ri­gen Be­fürch­tun­gen liegt.

Von Bank­ak­ti­en soll man in die­sem Um­feld als mit­tel­fris­tig ori­en­tier­ter An­le­ger grund­sätz­lich die Fin­ger las­sen. Aber die­ser Fall könn­te ei­ne loh­nen­de Der Ak­ti­en­kurs der Deut­schen Bank ist in Schief­la­ge. Die Aus­sicht auf ei­nen US-Ver­gleich könn­te das kor­ri­gie­ren. Kurz­frist­spe­ku­la­ti­on ab­ge­ben. Wenn die­se Ei­ni­gung in der kom­men­den Wo­che tat­säch­lich kommt, dann könn­te das den Kurs kurz­fris­tig recht or­dent­lich be­flü­geln. Aber es ist na­tür­lich Ha­sard mit ei­ner Bank­ak­tie. Al­so mit spit­zen Fin­gern an­fas­sen, und im Fall des Fal­les gleich wie­der fal­len las­sen!

Ei­nen ste­ti­gen Auf­wärts­trend weist da­ge­gen seit vie­len Jah­ren der USZi­ga­ret­ten­kon­zern Al­tria (ISIN US02209S1033) auf. Man­che mö­gen ja aus mo­ra­li­schen Grün­den kei­ne Zi­ga­ret­ten­her­stel­ler. Schon gar nicht, wenn die­se mit ei­nem Ein­stieg in den mil­li­ar­den­schwe­ren, im­mer stär­ker li­be­ra­li­sier­ten US-Can­na­bis­markt lieb­äu­geln. Aber ih­re Eig­nung als si­che­rer An­ker für je­des De­pot mit Drang nach oben hat die Ak­tie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein­drucks­voll be­wie­sen. Die jüngs­ten Ana­ly­sen ge­hen von Kurs­zie­len von 72 bis 73 Dol­lar aus, ak­tu­ell no­tiert das Pa­pier bei 65. Der­zeit steckt der Wert in ei­ner Zwi­schen­kon­so­li­die­rung. Der Ein­stiegs­zeit­punkt ist al­so gut. Aber na­tür­lich erst, wenn die Ak­tie ein­deu­ti­ge Si­gna­le für ei­ne Be­en­di­gung die­ser Kon­so­li­die­rungs­pha­se lie­fert. Es heißt al­so noch ein biss­chen ab­war­ten und be­ob­ach­ten.

Wie an der Schnur hoch­ge­zo­gen sieht auch der Chart der Goo­gleMut­ter Al­pha­bet (ISIN US02079K3059) aus. Und zwar seit Lan­gem: Wer beim Goog­le-Bör­sen­gang 2004 da­bei war, kann sich un­ter­des­sen über rund 1800 Pro­zent Kurs­ge­winn freu­en. Aber die Ex­pan­si­on des Such­ma­schi­nen­kon­zerns, der durch Zu­käu­fe schon re­la­tiv breit auf­ge­stellt ist, geht un­ver­dros­sen wei­ter. Das schlägt sich na­tur­ge­mäß in den Kurs­aus­sich­ten nie­der: Die jüngs­ten Kurs­zie­le lie­gen bei 900 Dol­lar und leicht dar­über. Ak­tu­ell no­tiert die Ak­tie bei rund 800. Auch Al­pha­bet steckt seit ein paar Ta­gen in ei­ner leich­ten Kon­so­li­die­rung. Auch hier er­gibt sich al­so, wenn man es län­ger­fris­tig an­legt, ge­ra­de ein güns­ti­ger Zeit­punkt für den Ein­stieg.

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