Wie lang soll noch Blut flie­ßen?

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Cass McCombs: »Bum Bum Bum«. In Sa­mu­el Ful­lers Film „Whi­te Dog“(auf Deutsch: „Der wei­ße Hund von Be­ver­ly Hills“, 1982) ging es um ei­nen Hund, der von ei­nem Ras­sis­ten da­zu ab­ge­rich­tet war, dun­kel­häu­ti­ge Men­schen an­zu­fal­len und zu tö­ten. Mit die­sem Mo­tiv – „The whi­te dog of the farm still breeds, she’s off her leash“– be­ginnt die­ser Song, die Me­ta­pher ist klar: Es geht um die Po­li­zei­ge­walt ge­gen Schwar­ze in den USA. „It ain’t no dream, it’s all to re­al“, singt McCombs im Re­frain, „how long un­til the ri­ver of blood con­ge­als?“Je­de Stro­phe mün­det sanft in die knap­pen Sil­ben „bum bum bum“, es wirkt, als ob das we­ni­ger nach Schuss­ge­räu­schen klin­gen sol­le als nach ei­nem la­pi­da­ren bis war­nen­den Klop­fen: So geht’s wei­ter, aber so soll es nicht wei­ter­ge­hen. Cass McCombs bleibt ru­hig, sei­ne Stim­me zit­tert nur leicht, die Gi­tar­ren um­spie­len ihn be­däch­tig, ja: be­sinn­lich; dass man die Em­pö­rung den­noch spürt, macht die­sen Song so meis­ter­lich.

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