Part­ner­schaf­ten für die Zu­kunft

Die Presse am Sonntag - - Globus -

Die Bunt­heit der Ge­sell­schaft, der Reich­tum der Tier- und Pflan­zen­welt, die Di­ver­si­tät der Mit­ar­bei­ter und die Fül­le des An­ge­bots in den Han­dels­fir­men der Rewe In­ter­na­tio­nal AG – all das wur­de beim sie­ben­ten Sta­ke­hol­der­fo­rum the­ma­ti­siert. Die Ziel­set­zung lau­tet, Nach­hal­tig­keit er­leb­bar zu ma­chen. „Die Zu­kunft ist zu kom­plex, um sie vor­her­zu­sa­gen, da­her ist Viel­falt durch In­di­vi­dua­li­tät das bes­te Mit­tel, sich dar­auf vor­zu­be­rei­ten“, sag­te Mar­kus Hengst­schlä­ger, Pro­fes­sor für Me­di­zi­ni­sche Ge­ne­tik an der Me­di­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wi­en und Best­sel­ler­au­tor, bei sei­ner Keyno­te. Ei­ne Vor­be­rei­tung auf die Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen und über­mor­gen, die bei Rewe In­ter­na­tio­nal AG längst be­gon­nen hat und im Rah­men des Nach­hal­tig­keits­en­ga­ge­ments wei­ter vor­an­ge­trie­ben wird.

Grü­ner Er­folgs­lauf

Wie po­si­tiv die jüngs­te Nach­hal­tig­keits­bi­lanz aus­fällt, zeigt ein Rück­blick auf die High­lights von 2015 und 2016. So zähl­ten im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr die „grü­nen Pro­duk­te“zu den Rewe-GroupEr­folgs­trä­gern. Der „Ja!Na­tür­lich“Um­satz stieg von 355 auf 368 Mil­lio­nen Eu­ro, der Be­reich Bio ge­s­amt leg­te um sie­ben Pro­zent zu. Fair-Tra­de-Pro­duk­te konn­ten von 2014 auf 2015 ei­ne Um­satz­stei­ge­rung um 16 Pro­zent ver­zeich­nen, bei den Pro-Pla­net-Pro­duk­ten kam es seit ih­rer Ein­füh­rung im Jahr 2010 zu ei­nem Um­satz­an­stieg von sie­ben auf zu­letzt 110 Mil­lio­nen Eu­ro.

Grün wird auch ge­baut. Schon 2008 wur­de ei­ne Bil­la-Fi­lia­le in Klos­t­er­neu­burg als ers­ter Le­bens­mit­tel­markt eu­ro­pa­weit von der Eu­ro­päi­schen Uni­on als Gre­en Buil­ding aus­ge­zeich­net. Jetzt wird in Kür­ze die 1000. nach Gre­enBuil­ding-Stan­dards en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Fi­lia­le er­öff­net. Ins­ge­samt wer­den so jähr­lich mehr als 125 Mil­lio­nen kWh Ener­gie ein­ge­spart. Die da­bei ein­ge­spar­te Strom­men­ge ent­spricht dem jähr­li­chen Ver­brauch von rund 30.000 Haus­hal­ten. Zu­sätz­lich wur­den durch die en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Fi­lia­len die jähr­li­chen CO2-Emis­sio­nen um mehr als 34 Mil­lio­nen kg CO2 re­du­ziert. „Die ak­tu­el­le Über­fluss-Si­tua­ti­on in ei­ni­gen Tei­len der Welt täuscht der­zeit noch über die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen der nächs­ten Jahr­zehn­te hin­sicht­lich der Ge­währ­leis­tung der si­che­ren Ver­sor­gung mit Le­bens­mit­teln hin­weg“, sagt Frank Hen­sel, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Rewe In­ter­na­tio­nal AG. Ei­ne Aus­gangs­la­ge, für die ei­ne Rei­he von Fak­ten spricht. Bis 2050 wer­den laut Sta­tis­tik Aus­tria in Ös­ter­reich knapp zehn Mil­lio­nen Men­schen le­ben (ak­tu­ell 8,62 Mil­lio­nen), welt­weit wer­den es rund neun Mil­li­ar­den sein. Wächst die Welt­be­völ­ke­rung, wird mehr Nah­rung be­nö­tigt. Gleich­zei­tig kommt es zu ei­nem mas­si­ven Ver­lust an land­wirt­schaft­li­chen An­bau­flä­chen durch zu­neh­men­de Ver­bau­ung oder fal­sche Bo­den­nut­zung. 24 Mil­li­ar­den Ton­nen frucht­ba­rer Bo­den ge­hen so welt­weit jähr­lich ver­lo­ren, hier­zu­lan­de sind es laut Ös­ter­rei­chi­scher Ha­gel­ver­si­che­rung 20 Hekt­ar pro Tag, was um­ge­rech­net rund 30 Fuß­ball­fel­dern ent­spricht, die nicht mehr für die Pro­duk­ti­on von Nah­rungs­mit­teln zur Ver­fü­gung ste­hen.

Land­wirt­schaft in Not

Auch die Kli­ma­ver­än­de­rung hat weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen. Hit­ze- und Un­wet­ter­pe­ri­oden häu­fen sich, zu spü­ren be­kommt das nicht zu­letzt die Land­wirt­schaft. Al­lein in Ös­ter­reich wa­ren in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren Hoch­was­se­r­und Dür­re­schä­den in der Hö­he von 575 Mil­lio­nen Eu­ro zu be­kla­gen. Durch Frost und Ha­gel sind 2016 mas­si­ve Aus­fäl­le bei Ker­nund St­ein­obst (bis zu 70 Pro­zent) so­wie bei der Ap­fel­ern­te (bis zu 80 Pro­zent) ent­stan­den.

Zur Kri­se der Le­bens­mit­te­l­er­zeu­gung trägt eben­so der Trend zur Ur­ba­ni­sie­rung bei. Für 2030 wird laut Ex­per­ten er­war­tet, dass 60 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung ur­ban sein wer­den. Die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on zieht lie­ber in die Stadt, statt ei­nen land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb zu über­neh­men. In Ös­ter­reich ma­chen kon­kre­te Zah­len deut­lich, wie schwie­rig die wirt-

Zu ei­ner wei­te­ren CO2-Ein­spa­rung wird das end­gül­ti­ge Aus für das Plas­tik­sa­ckerl sor­gen. Ab 1. Jän­ner 2017 wer­den nur mehr Per­ma­nent- und Pa­pier­tra­ge­ta­schen für den Heim­trans­port des Ein­kaufs an­ge­bo­ten. Zum Start wird den Kun­den ei­ne Per­ma­nentoder al­ter­na­tiv ei­ne Pa­pier­tra­ge­ta­sche in den Märk­ten und Fi­lia­len von Bil­la, Mer­kur, Pen­ny, Bi­pa und Adeg zum glei­chen Preis an­ge­bo- schaft­li­che Si­tua­ti­on der klein­tei­lig struk­tu­rier­ten Land­wirt­schaft ge­wor­den ist: Mi­nus 17 Pro­zent be­trug 2015 der Ein­kom­mens­ver­lust ge­gen­über dem Vor­jahr.

Sta­bi­le Ver­sor­gung

Der Schluss aus den lo­ka­len wie glo­ba­len Ent­wick­lun­gen liegt für den Le­bens­mit­tel­ein­zel­han­del auf der Hand. Die Be­schaf­fung von Roh­stof­fen und fri­schen Nah­rungs­mit­teln wird in den nächs­ten Jahr­zehn­ten zur im­mer grö­ße­ren Her­aus­for­de­rung und die sta­bi­le Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung zur Grund­be­din­gung ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Han­delns.

„Die Rewe In­ter­na­tio­nal AG be­kennt sich als Markt­füh­rer im ös­ter­rei­chi­schen Le­bens­mit­tel­han­del zu die­ser Ver­ant­wor­tung. So­wohl in Be­zug auf 1,9 Mil­lio­nen täg­li­che Kun­den als auch dar­auf, was Ge­schäfts­part­ner, Lie­fe­ran­ten und die ös­ter­rei­chi­sche Land­wirt­schaft be­trifft“, be­tont Hen­sel.

Heu­te für mor­gen

Be­reits seit 2008 ist Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment in der Un­ter­neh­mens­stra­te­gie ver­an­kert. Seit­dem ver­folgt die Rewe Group die­sen Weg in al­len Un­ter­neh­mens­be­rei­chen und ent­lang der ge­sam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te. „Ei­ne über­zeu­gen­de Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie kann je­doch nur dann wirk­sam sein, wenn sie heu­te schon für mor­gen und über­mor­gen vor­sorgt“, er­läu­tert Hen­sel die dies­be­züg­li­che Vor­rei­ter­rol­le der Rewe In­ter­na­tio­nal AG, „da­her be­schäf­ti­gen wir uns be­reits heu­te in­ten­siv mit den zu­künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen und ver­ste­hen Nach­hal­tig­keit als ei­nen auch für den wirt­schaft­li­chen Er­folg un­se­res Un­ter­neh­mens aus­schlag­ge­ben­den Teil des Kern­ge­schäfts.“

Win-win mit den Part­nern

Wo im­mer es geht, wird ös­ter­rei­chi­schen Pro­duk­ten der Vor­zug ge­ge­ben, nicht zu­letzt im Sin­ne höchst­mög­li­cher Nach­hal­tig­keit (kur­ze Trans­port­we­ge, Kli­ma­schutz, . . .). Von größ­ter Be­deu- ten, den sie bis­her für ein Plas­tik­sa­ckerl ge­zahlt ha­ben. Ein wei­te­rer Mei­len­stein auf dem Weg zu mehr Nach­hal­tig­keit.

Auf­run­der

Seit Sep­tem­ber 2013 kön­nen Kun­den von Bil­la, Mer­kur, Pen­ny, Bi­pa und Sut­ter­lü­ty ös­ter­reich­weit in al­len Fi­lia­len im Rah­men des Pro­jekts „Auf­run­der be­wir­ken Wun­der“be­nach­tei­lig­ten Men­schen tung ist auch ei­ne zu­kunfts­ori­en­tier­te Be­schaf­fungs­stra­te­gie. Ge­pflegt wer­den in­ten­si­ve Part­ner­schaf­ten, die für bei­de Part­ner ei­ne Win-win-Si­tua­ti­on be­deu­ten. Da­für tra­gen mehr­jäh­ri­ge Ver­trä­ge mit de­fi­nier­ter Men­ge­nab­nah­me und Preis­ge­stal­tung eben­so Sor­ge wie die Fest­le­gung von Pro­dukt­kri­te­ri­en, Ver­pa­ckung etc.

Land­wir­te – 500.000 Ar­beits­plät­ze hän­gen an der ös­ter­rei­chi­schen Land­wirt­schaft – stel­len sich dar­auf ein und wis­sen, wo­mit sie pla­nen und kal­ku­lie­ren kön­nen. Ge­mes­sen am Lie­fe­ran­ten­um­satz liegt der An­teil sol­cher (auch in­ter­na­tio­na­ler) Part­ner­schaf­ten zum Bei­spiel im Be­reich Obst und Ge­mü­se be­reits bei rund 50 Pro­zent, Ten­denz stei­gend. Am En­de pro­fi­tiert von die­sen Stra­te­gi­en auch im­mer der Kun­de.

Blü­hen­des Ös­ter­reich

Ei­ne sehr er­freu­li­che Bi­lanz kann das 2014 in­iti­ier­te und 2015 in ei­ne ge­mein­nüt­zi­ge Stif­tung über­führ­te Nach­hal­tig­keits­pro­jekt „Blü­hen­des Ös­ter­reich“le­gen. Mit Un­ter­stüt­zung der Kun­den, die Pro­duk­te der Rewe In­ter­na­tio­nal AG-Ei­gen­mar­ken „Da komm’ ich her!“(bei Bil­la, Mer­kur und Adeg), „bi good“(bei Bi­pa), „Ich bin Ös­ter­reich“(bei Pen­ny) und – ganz neu – „Im­mer grün“(bei Mer­kur) ge­kauft ha­ben, konn­ten mitt­ler­wei­le 230 Hekt­ar an wert­vol­len und ge­fähr­de­ten öko­lo­gi­schen Flä­chen ge­si­chert wer­den.

Je­weils ein Cent je Ver­kaufs­ein­heit fließt in das Stif­tungs­bud­get und trägt so zum Schutz und der För­de­rung von Bi­o­di­ver­si­tät in Ös­ter­reich bei. In­ner­halb der nächs­ten Jah­re sol­len auf die­se Wei­se min­des­tens 1000 Hekt­ar an wert­vol­len Flä­chen ab­ge­si­chert wer­den. „Für uns sind Nach­hal­tig­keits­pro­jek­te wie ,Blü­hen­des Ös­ter­reich‘ da­her kei­ne Good-wil­lAk­tio­nen, son­dern im Sin­ne der lang­fris­ti­gen Ge­währ­leis­tung der Ver­sor­gung un­se­rer Kun­den mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Le­bens­mit­teln ei­ne In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft“, be­tont Frank Hen­sel. hel­fen. Da­bei wird die Kauf­sum­me auf den nächs­ten 10-Cent-Be­trag auf­ge­run­det, um so aus­ge­wähl­te Hilfs­pro­jek­te in ganz Ös­ter­reich zu un­ter­stüt­zen. Mit Stich­tag 24. Au­gust 2016 ka­men so in den drei Jah­ren seit Start der ge­mein­sa­men Ak­ti­on von Rewe In­ter­na­tio­nal AG und Ca­ri­tas mehr als 500.000 Eu­ro zu­sam­men.

Ein­satz für mehr Tier­wohl

Nach­dem be­reits vor mehr als zehn Jah­ren ein Pio­nier­pro­jekt zur Ver­bes­se­rung der Bio-Ge­flü­gel­hal­tung auf den Weg ge­bracht wor­den ist (im Vor­der­grund steht da­bei nicht die Ma­xi­mie­rung der Leis­tung, son­dern das Wohl der Tie­re), steht der­zeit ein wei­te­res Vor­zei­ge­pro­jekt kurz vor dem Ab­schluss: Ge­mein­sam mit dem Pro­jekt­part­ner Ve­te­ri­när­me­di­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Wi­en/In­sti­tut für Tier­hal­tung und Tier­schutz so­wie Uni­ver­si­täts­kli­nik für Ge­flü­gel und Fi­sche wur­de seit Jän­ner 2014 ein Mo­ni­to­ring­sys­tem zur Er­fas­sung und Ver­bes­se­rung des Tier­wohls und der Tier­ge­sund­heit bei Pro-Pla­ne­tMast­hüh­ner­her­den ent­wi­ckelt.

STANISLAV JENIS

Frank Hen­sel, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Rewe In­ter­na­tio­nal AG.

STANISLAV JENIS

Zahl­rei­che in­ter­es­sier­te Gäs­te beim Sta­ke­hol­der­fo­rum.

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