Spiel mit dem Feu­er

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - RAA

Oops, he did it again: Der re­pu­bli­ka­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat, Do­nald Trump, hat ge­for­dert, den Leib­wäch­tern sei­ner Ri­va­lin, Hil­la­ry Cl­in­ton, die Waf­fen weg­zu­neh­men – und dann „lasst uns se­hen, was mit ihr pas­siert“. Ein Auf­ruf, der Po­li­ti­ke­rin et­was an­zu­tun? Kein Zwei­fel: Trump selbst wird es ab­strei­ten. Nein, nein, nie­mals sei­en die Wor­te so zu ver­ste­hen. Schon gar nicht, nach­dem er Cl­in­ton erst vor Ta­gen und na­tür­lich völ­lig oh­ne bös­ar­ti­ge Hin­ter­ge­dan­ken gu­te Ge­ne­sung we­gen ih­rer Lun­gen­ent­zün­dung ge­wünscht hat! Doch ist dies nicht das ers­te Mal, dass der zwang- haf­te Pro­vo­ka­teur et­was sagt, was als Ge­walt­auf­ruf ge­gen Cl­in­ton ver­stan­den wer­den kann. Vor sechs Wo­chen hat er kryp­tisch ge­äu­ßert, wo­mög­lich könn­ten nur Waf­fen­freun­de Cl­in­ton auf­hal­ten . . .

Je­der in­tel­ligen­te Mensch, der sich den Mund ver­brannt hat oder falsch ver­stan­den wor­den ist, wird sich nicht noch ein­mal auf das­sel­be Glatt­eis be­ge­ben. Und er weiß, dass auf ei­nen Ge­walt­auf­ruf (ob so ge­meint oder nicht) Ge­walt fol­gen kann. Wenn Trump al­so noch ein­mal in das glei­che Horn bläst, ist er ent­we­der dumm – oder er han­delt aus pu­rer bö­ser Ab­sicht. Bei­des ist ge­fähr­lich.

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