LEXIKON

Die Presse am Sonntag - - Garten -

für St­ein­gär­ten, Pflanz­scha­len und Bal­kon­kist­chen macht.

Tro­cken, warm, son­nig mö­gen sie es, und karg, san­dig, stei­nig rund um die Wur­zeln. Die Boh­nen­kräu­ter sind un­ver­wüst­li­che aus­dau­ern­de Gar­ten­be­glei­ter. Zwar sagt man, sie sei­en kurz vor der Blü­te be­son­ders aro­ma­tisch, doch selbst die im Frost ge­schnit­te­nen im­mer­grü­nen Trie­be wür­zen recht gut. Win­ters greift man aber oh­ne­hin nur dann zur Kräu­ter­sche­re, wenn man im Som­mer die Ern­te ver­ges­sen hat: Boh­nen­kräu­ter ver­lie­ren ihr Aro­ma auch nach dem Trock­nen kaum, und sie las­sen sich im Glas her­vor­ra­gend la­gern.

Ei­ne der treff­lichs­ten Boh­nen­krau­tPer­sön­lich­kei­ten ist das recht statt­lich ge­wach­se­ne Ho­he Berg­boh­nen­kraut. Es zeich­net sich nicht nur durch sei­ne Grö­ße aus, es blüht auch prak­tisch den ge­sam­ten Som­mer reich­lich und be­son­ders schön zart­li­la durch. Mög­li­cher­wei­se ver­fügt die­se Va­ri­an­te über den vor­nehms­ten, wenn auch nicht den kräf­tigs­ten Ge­schmack. Der er­in­nert ein we­nig an je­nen des kaum be­kann­ten, doch ely­si­schen Bal­sam-

Sa­tu­re­ja.

So lau­tet die bo­ta­ni­sche Gat­tungs­be­zeich­nung für al­le Boh­nen­kräu­ter. Die meis­ten von ih­nen sind aus­dau­ernd, und vie­le sind auch in un­se­ren Brei­ten ver­läss­lich win­ter­hart.

Lip­pen­blüt­ler.

Die duf­ti­gen Blü­ten sind je nach Sor­te weiß, ro­sa bis li­la, mit­un­ter auch bläu­lich, und sie sind ei­ne übe­r­aus be­lieb­te An­flug­stel­le für Bie­nen und an­de­re In­sek­ten.

Heil­kräu­ter.

Als sol­ches hat das Boh­nen­kraut zwar kei­ne über­ra­gen­de Be­deu­tung, doch gilt es als ver­dau­ungs­för­dernd, krampf­lin­dernd und – wer’s glaubt, wird se­lig – li­bi­do­stei­gernd. Berg­boh­nen­kraut schmeckt nicht nur zu Boh­nen­ge­rich­ten. strauchs, Ce­dro­nella ca­na­ri­en­sis. Der ist im Ver­gleich zu den Boh­nen­kräu­tern je­doch emp­find­li­cher und muss im Win­ter ins Haus.

Zu gu­ter Letzt sei mit der Berg­boh­nen­kraut­sor­te Aro­ma­ku­gel noch ei­ne Be­son­der­heit er­wähnt. Das ku­ge­lig und sehr dicht ge­wach­se­ne Kraut bil­det von al­len Boh­nen­kräu­tern die größ­ten Blät­ter aus, wird an die 30 Zen­ti­me­ter hoch und schmeckt be­son­ders in­ten­siv. Al­le Boh­nen­kräu­ter eig­nen sich frisch oder ge­trock­net als Wür­ze für Boh­nen­ge­rich­te, doch ver­ab­säu­men Sie kei­nes­falls, sie auch ex­pe­ri­men­tell mit Fi­schen, Lamm- und Schwei­ne­fleisch, jed­we­dem Ge­mü­se, Erd­äp­feln, Ein­töp­fen und Nu­del­ge­rich­ten zu­sam­men­zu­span­nen. Auch in Ge­würz­mi­schun­gen ma­chen sie sich na­tür­lich auf­grund ih­res lang an­hal­ten­den Ge­schmacks im­mer gut.

Wenn Sie im Früh­ling Boh­nen­kraut nicht als Pflan­ze er­wer­ben, son­dern das leich­ter zu­gäng­li­che und in noch viel mehr Sor­ten er­hält­li­che Saat­gut aus­zu­sä­en ge­den­ken, so be­ach­ten Sie, dass die Boh­nen­kräu­ter Licht­kei­mer sind.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.