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EMP­FEH­LUN­GEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

Die ab­ge­lau­fe­ne Wo­che kön­nen An­le­ger un­ter der Ru­brik „Au­ßer Spe­sen nichts ge­we­sen“ver­bu­chen. Die Wo­chen­ver­lus­te wa­ren grö­ßen­ord­nungs­mä­ßig nicht so schlimm, al­ler­dings hat sich durch die Flau­te die Bör­sen­wet­ter­la­ge ent­schei­dend ver­schlech­tert. Ch­ar­tis­ten be­kom­men je­den­falls zu­se­hends Stirn­run­zeln, wenn sie auf ih­re Kurs­bil­der bli­cken: Der ös­ter­rei­chi­sche ATX hat sei­nen kurz­fris­ti­gen Auf­wärts­trend ge­bro­chen, der deut­sche DAX ist ge­ra­de da­bei, aus sei­nem seit An­fang Au­gust be­ste­hen­den brei­ten Seit­wärts­ka­nal nach un­ten her­aus­zu­fal­len, und auch der Dow Jo­nes be­wegt sich ge­fähr­lich na­he an sei­nen un­te­ren Trend­be­gren­zun­gen. Le­dig­lich der US-Tech­no­lo­gie­in­dex Nas­daq 100 zeigt noch ein halb­wegs pas­sa­bles Bild.

Ei­ni­ge pro­mi­nen­te Ana­lys­ten be­ru­hi­gen zwar, das Bild se­he düs­te­rer aus als die Wirk­lich­keit und die gro­ßen In­di­zes sei­en nach un­ten recht gut ab­ge­si­chert. Aber in den kom­men­den Ta­gen ist an den Bör­sen trotz­dem ex­tre­me Vor­sicht an­ge­sagt. Zu­min­dest bis Mitt­woch­abend, wenn die US-No­ten­bank Fed ih­re Zins­ent­schei­dung ver­kün­det. Die ner­vö­sen Re­ak­tio­nen der ver­gan­ge­nen Tage an den An­lei­he­märk­ten le­gen durch­aus den Schluss na­he, dass im Fal­le ei­ner Fed-Zins­an­he­bung kurz­fris­tig ei­ni­ges ins Rut­schen kom­men könn­te.

Dass ei­ni­ges dar­auf hin­deu­tet, dass die Fe­deral Re­ser­ve ih­ren Zins­schritt wie­der ein­mal auf­schiebt, soll­te nicht als Hand­lungs­auf­for­de­rung ver­stan­den wer­den. Ei­ne Spe­ku­la­ti­on dar­auf wä­re Ha­sard – und sol­ches kann mit ei­ner ge­wis­sen Wahr­schein­lich­keit auch da­ne­ben­ge­hen. Wie wir ak­tu­ell bei der Deut­schen Bank ge­se­hen ha­ben: In der Vor­wo­che ha­ben wir hier – un­ter kla­rem Hin­weis dar­auf, dass es sich um ge­fähr­li­chen Ha­sard mit ei­ner Bank­ak­tie han­delt – an­ge­deu­tet, dass das fun­da­men­tal un­ter­be­wer­te­te Pa­pier der größ­ten Bank Deutsch­lands von ei­ner mil­den Stra­fe in den USA be­flü­gelt wer­den könn­te. Wie wir se­hen, ist die Straf­an­dro­hung mit 14 Mrd. Eu­ro aber be­son­ders saf­tig aus­ge­fal­len, was den Kurs gleich wie­der in den Kel­ler ge­schickt hat. Dass sich her­aus­stellt, dass die 14 Mrd. Eu­ro nur Ver­hand­lungs­ba­sis sind und die Stra­fe im End­ef­fekt zwi­schen sechs und acht Mrd. Eu­ro lie­gen könn­te, ist für das Pa­pier kein Trost: Auch das über­steigt die ein­schlä­gi­gen Rück­stel­lun­gen. Die An­sicht, dass man von Bank­ak­ti­en der­zeit am bes­ten die Fin­ger lässt, hat sich in die­sem Punkt wie­der ein­mal be­stä­tigt.

Über­ra­schend stark auf­wärts geht es der­zeit da­ge­gen mit dem Kurs von App­le (ISIN US0378331005). Über­ra­schend des­halb, weil die Markt­re­ak­ti­on nach der Prä­sen­ta­ti­on des iPho­ne7 eher ne­ga­tiv war. Aber App­le An­stel­len fürs neue iPho­ne7 in Sin­ga­pur: App­le agiert nicht nur beim Han­dy­mar­ke­ting, son­dern auch beim Pus­hen des Ak­ti­en­kur­ses pro­fes­sio­nell. be­herrscht die Kunst des Mar­ke­tings wie kein an­de­rer: Wur­den am An­fang kei­ne Da­ten für den iPho­ne7-Ver­kauf ver­öf­fent­licht, so wur­de nach und nach ge­le­akt, dass die Be­stel­lun­gen Ver­kaufs­re­kor­de si­gna­li­sier­ten. Die Fol­ge: Die Ak­tie leg­te in ei­ner Wo­che gut zehn Pro­zent zu, und die Ana­lys­ten über­schla­gen sich neu­er­dings mit Emp­feh­lun­gen. Geht das wei­ter? Sa­gen wir so: Vor­erst ist die iPho­ne7-Eu­pho­rie ab­ge­ar­bei­tet. Aber bei ei­nem schwe­ren Schlacht­schiff mit dem In­no­va­ti­ons­po­ten­zi­al von App­le kann man als Ak­tio­när auf dem ge­gen­wär­ti­gen Be­wer­tungs­ni­veau nicht viel falsch ma­chen.

Das gilt auch für das DAX-Schwer­ge­wicht Sie­mens (ISIN DE0007236101), das sich kurs­mä­ßig seit vie­len Jah­ren lang­sam, aber be­stän­dig nach oben tas­tet. Die Ak­tie hat den An­fang Sep­tem­ber ein­ge­lei­te­ten Kurz­frist-Ab­wärts­trend nach ei­ner po­si­ti­ven Vor­schau wie­der ver­las­sen und soll­te Fahrt nach oben auf­neh­men. Ana­lys­ten se­hen Kurs­zie­le zwi­schen 125 und 130 Eu­ro, was bei ei­nem ak­tu­el­len Kurs von un­ter 103 Po­ten­zi­al ver­spricht.

Was tut sich sonst noch? Der fran­zö­si­sche Han­dels­rie­se Car­re­four (ISIN FR0000120172) hat von Exa­ne BNP Pa­ri­bas ei­ne sehr op­ti­mis­ti­sche „Out­per­form“-Emp­feh­lung be­kom­men. Das Kurs­ziel wur­de von 26 auf 28 Eu­ro er­höht, das wä­ren fast 30 Pro­zent über dem ak­tu­el­len Kurs. Das Chart­bild sieht zur Zeit ehr­lich ge­sagt aber nicht be­rau­schend aus.

Das kann man von der Kurs­kur­ve des hier schon öf­ters be­spro­che­nen Bio­tech-Werts Evo­tec (ISIN DE0005664809) nicht sa­gen: Er setzt sei­ne im Früh­som­mer be­gon­ne­ne Auf­wärts­be­we­gung, die ihn von 3,50 auf 4,50 Eu­ro ge­führt hat, un­ver­dros­sen fort. 5,10 bis 5,20 könn­ten kurz­fris­tig noch drin sein, mei­nen Be­ob­ach­ter. Beim der­zei­ti­gen Ni­veau lau­ert al­ler­dings ein star­ker chart­tech­ni­scher De­ckel.

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