Zum Ab­schied tickt die Uhr

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Chro­ma­tics: „De­ar Tom­my“. Man stel­le sich vor, die ers­te Dar­kWa­ve-Ge­ne­ra­ti­on hät­te schon Au­to­tu­ne ge­kannt: Wie an­ders hät­ten ih­re De­pres­sio­nen und Me­lan­cho­li­en mit die­sem stimm­bie­gen­den Ge­rät ge­klun­gen! Viel­leicht wie die­se Num­mer, ei­ne Art Ab­schieds­brief an ei­nen Freund, den der Sän­ger bit­ter ver­misst, mit dem er of­fen­bar vie­le Näch­te zum Tag ge­macht hat: „If I could hold you in my arms“, singt er mit ver­hau­chen­der Stim­me, „we’d burn through the night and wa­ke up so­mew­he­re el­se.“Ei­ne ganz lang­sa­me Schick­sals­gi­tar­re, wie The Cu­re sie schätz­ten, singt ihr so tra­gi­sches wie un­er­schüt­ter­li­ches Lied da­zu, und der elek­tro­ni­sche Rhyth­mus, kon­ter­ka­riert von ei­nem eben­so ob­sti­na­ten Kla­vier, pocht un­er­bitt­lich wie die Pen­del­uhr in ei­nem Geis­ter­schloss . . . Am En­de bleibt nur ei­ne Fra­ge, drei­mal wie­der­holt: „Is this our last good­bye?“Ge­wiss nicht. Durch sol­che hal­len­den Jam­mer­tä­ler muss man im­mer wie­der und wie­der.

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