Walk of Hä­me

GLA­MOUR, GOS­SIP, LIPGLOSS. UND SO . . .

Die Presse am Sonntag - - Menschen -

Es ist wahr­schein­lich gar nicht leicht, je­den Tag in der Früh ne­ben An­ge­li­na Jo­lie auf­zu­wa­chen. Es ist wahr­schein­lich auch gar nicht leicht, je­den Tag ne­ben Brad Pitt auf­zu­wa­chen. Oder vi­el­leicht eben doch. Wer weiß das schon? Au­ßer Brad Pitt und An­ge­li­na Jo­lie eben. Was aber pas­siert, wenn zwei Groß­pro­jek­ti­ons­flä­chen für Träu­me, Wün­sche und Be­gier­den sich zu­sam­men­tun, da­nach ei­ne Fa­mi­lie in Wal­tons-Di­men­si­on grün­den und sich dann ir­gend­wann mit ei­nem Knall wie­der tren­nen, kann man der­zeit an den hys­te­ri­schen Re­ak­tio­nen auf das Ehe-Aus der bei­den US-Schau­spie­ler stu­die­ren. Was man da an an­geb­li­chen De­tails zu hö­ren be­kommt, klingt al­ler­dings gar nicht nach Ci­ne­ma­scope. Son­dern eher nach ver­wa­ckel­tem Ho­me­vi­deo ei­nes ziem­lich nor­ma­len Ab­nut­zungs­kamp­fes ge­gen den All­tag. Es macht aber of­fen­bar für die Ge­schich­ten, die man dar­über er­zäh­len kann, ei­nen Rie­sen­un­ter­schied, ob ein Paar mit sechs Kin­dern in ei­nem ame­ri­ka­ni­schen Le­ar­jet oder in ei­nem süd­ko­rea­ni­schen Fa­mi­li­en­van zu strei­ten be­ginnt. Und ob, wenn dann das Ju­gend­amt kom­men muss, gleich ein Fern­seh­sen­der li­ve über­trägt. Bis­her ist Brad Pitt, der nicht ganz nüch­tern sei­nem 15-jäh­ri­gen Sohn ge­gen­über hand­greif­lich ge­wor­den sein soll, erst ein­mal wirk­lich ne­ga­tiv auf­ge­fal­len: als er Jen­ni­fer Anis­ton vor der Welt­öf­fent­lich­keit das Herz ge­bro­chen hat. Die frei­lich ih­rer­seits Gwy­neth Paltrow un­glück­lich ge­macht hat. Die Fran­zö­sin Ma­ri­on Co­til­lard sah sich je­den­falls be­mü­ßigt, ei­ne Af­fä­re mit Brad Pitt zu de­men­tie­ren.

Da­bei war die gro­ße Zeit der be­kann­tes­ten Wir-AG des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts, Bran­ge­li- na, schon län­ger vor­bei. An­ge­la (Mer­kel) ist viel prä­sen­ter als An­ge­li­na, und Brad muss­te sich längst von Brad­ley (Co­oper) den Rang als Frau­en­schwarm ab­lau­fen las­sen. Aber wie bei der Tren­nung von John­ny Depp und Va­nes­sa Pa­ra­dis funk­tio­niert die to­ta­le Über­hö­hung eben nur, wenn da­nach gar nichts mehr üb­rig bleibt. Und die größ­ten Gla­mour­paa­re der Ge­schich­te (Richard Bur­ton und Liz Tay­lor zum Bei­spiel) sind nur sel­ten in Ru­he mit­ein­an­der alt ge­wor­den. Und da­mit wir nicht nur schlech­te Nach­rich­ten ha­ben: Eva Men­des und Ryan Gos­ling ha­ben an­geb­lich ge­hei­ra­tet.

Ob es ein­fach ist, auf Dau­er ne­ben Men­des bzw. Gos­ling auf­zu­wa­chen, wird man frei­lich erst se­hen. Wenn nicht, wer­den wir es si­cher er­fah­ren.

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