Flücht­lin­ge: Mer­kels Ge­heim­de­al mit Or­ban´

Un­gŻrn. Die deut­sche Kanz­le­rin soll Pre­mier Orb´an ei­nen »Stil­wech­sel« nach dem heu­ti­gen Re­fe­ren­dum ab­ge­run­gen ha­ben.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Ber­lin/Bu©Żpest. In ei­nem lan­des­wei­ten Re­fe­ren­dum sol­len heu­te rund acht Mil­lio­nen Un­garn dar­über ab­stim­men, ob ih­nen die EU vor­schrei­ben darf, dass sie Flücht­lin­ge in ih­rem Land auf­neh­men müs­sen. Der rechts­kon­ser­va­ti­ve Re­gie­rungs­chef, Vik­tor Or­ban,´ warn­te ges­tern noch ein­mal er­neut vor ei­ner „tat­säch­li­chen Völ­ker­wan­de­rung“nach Eu­ro­pa, da in Afri­ka vie­le Mil­lio­nen Mi­gran­ten auf ein bes­se­res Le­ben in Deutsch­land, Ös­ter­reich oder Schwe­den hoff­ten. Or­ban´ be­ton­te, die Flücht­lings­po­li­tik Brüs­sels ha­be Schuld an der La­ge, da sie „Mas­sen un­glück­li­cher Men­schen nach Eu­ro­pa ein­ge­la­den hat“.

An­ge­sichts die­ser Hal­tung und sei­ner Rhe­to­rik steht Or­ban´ in der Kri­tik zahl­rei­cher an­de­rer Staa­ten. Da­her soll sich nun auch die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin, An­ge­la Mer­kel, ein­ge­schal­tet ha­ben: Un­ga­ri­sche Me­di­en be­rich­te­ten ges­tern von ei­nem an­geb­li­chen ge­hei­men De­al zwi­schen ihr und Or­ban.´ Der Ta­ges­zei­tung „Ma­gyar Nem­zet“zu­fol­ge soll die un­ga­ri­sche Re­gie­rung Mer­kel ei­nen „Stil­wech­sel“in der Flücht­lings­po­li­tik ver­spro­chen ha­ben, im Ge­gen- zug ha­be Ber­lin Bu­da­pest Un­ter­stüt­zung bei EU-Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ge­gen Un­garn zu­ge­sagt. Ge­gen­wär­tig wür­den 21 Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ge­gen Un­garn lau­fen, was auch sei­tens der Bu­da­pes­ter Re­gie­rung als „schwer­wie­gend“be­ur­teilt wer­de. In der Stu­die, die der Ta­ges­zei­tung zu­ge­spielt wur­de, ge­he es um die un­ter wirt­schaft­li­chen und po­li­ti­schem Aspekt be­deu­ten­den Ver­fah­ren, die Brüssel ge­gen Un­garn ein­ge­lei­tet hat.

Bu­da­pest könn­te im Ge­gen­zug für ein Ein­len­ken grü­nes Licht beim Bau des un­ga­ri­schen Kern­kraft­werks Paks II und bei der Ei­sen­bahn­ver­bin­dung zwi­schen Bu­da­pest und Bel­grad er­hal­ten, be­rich­te­te die Zei­tung un­ter Be­ru­fung auf Qu­el­len im Au­ßen­mi­nis­te­ri­um. Bei bei­den Pro­jek­ten läuft ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren der EU-Kom­mis­si­on.

Frag­lich ist, ob Or­ban´ heu­te über­haupt ge­nug Wäh­ler zu den Ur­nen bringt: Da­mit das Re­fe­ren­dum er­folg­reich ist, muss je­der zwei­te Wahl­be­rech­tig­te ab­stim­men. Letz­ten Um­fra­gen zu­fol­ge könn­te ge­nau das nicht der Fall sein.

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