Die Sor­gen des rus­si­schen Fuß­balls

Trotz Do­ping­skan­dals wur­de Wi­ta­li Mut­ko als Ver­bands­chef des WM-Gast­ge­bers wie­der­ge­wählt.

Die Presse am Sonntag - - Sport -

Der Skan­dal um rus­si­sches Staats­do­ping hat die Sport­welt er­schüt­tert, nur an Wi­ta­li Mut­ko pral­len sämt­li­che Ent­hül­lun­gen und Vor­wür­fe ein­fach ab. Mit gut 65 Pro­zent der Stim­men wur­de der Sport­mi­nis­ter am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de auch in sei­nem Amt als Vor­sit­zen­der des rus­si­schen Fuß­ball­ver­ban­des (RFS) wie­der­ge­wählt. Die Be­stä­ti­gung des Kreml-na­hen Po­li­ti­kers gilt als wich­ti­ge Wei­chen­stel­lung beim WM-Gast­ge­ber von 2018.

Sein un­ter­le­ge­ner Ri­va­le, Wa­le­ri Gas­sa­jew, hat in der Kan­di­da­ten­re­de vor der Ab­stim­mung Mut­ko scharf kri­ti­siert. Das Sport­mi­nis­te­ri­um ha­be Druck auf die De­le­gier­ten aus­ge­übt, da­mit der Amts­in­ha­ber wie­der­ge­wählt wer­de, sag­te der 62-Jäh­ri­ge. Gas­sa­jew rech­net sich ei­nem Re­form­flü­gel zu, dem un­ter an­de­rem auch Ex-Na­tio­nal­trai­ner Oleg Roman­zew an­ge­hört. „Dem rus­si­schen Fuß­ball geht es schlecht“, sag­te Gas­sa­jew und warf Mut­ko Äm­ter­an­häu­fung und Still­stand vor. Seit dem WM-Zu­schlag an Russ­land vor sechs Jah­ren sei „fast nichts“vor­an­ge­trie­ben wor­den, weil sich der Sport­mi­nis­ter haupt­säch­lich um die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le 2014 in Sot­schi ge­küm­mert ha­be. Mut­ko wies die Vor­wür­fe zu­rück. Er sprach sich für ei­ne mit Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin ab­ge­stimm­te Stra­te­gie 2030 aus, die Russ­lands Fuß­ball in der in­ter­na­tio­na­len Spit­ze eta­blie­ren soll.

Für Auf­se­hen bei der Ta­gung sorg­te die Fest­nah­me des Funk­tio­närs Alex­an­der Sch­pry­gin durch ei­ne Son­der­ein­heit auf der Män­ner­toi­let­te. Ihm wird vor­ge­wor­fen, ei­ner der Or­ga­ni­sa­to­ren blu­ti­ger Fan­aus­schrei­tun­gen bei der EM 2016 in Frank­reich ge­we­sen zu sein. Sei­ne Fan­or­ga­ni­sa­ti­on WOB, des- sen Vor­sit­zen­der er ist, wur­de vom Ver­band aus­ge­schlos­sen. Groß­bau­stel­le St. Petersburg. 623 Ta­ge vor dem An­pfiff der WM-End­run­de be­rei­tet vor al­lem die WM-Bau­stel­le in St. Petersburg Sor­gen. 2005 wur­de mit dem Bau des 930 Mil­lio­nen Eu­ro teu­ren Kres­tow­skij-Sta­di­ons be­gon­nen, die für 2009 ge­plan­te Er­öff­nung be­reits über 20-mal ver­scho­ben, der ur­sprüng­li­che Spon­sor Gaz­prom hat sich an­ge­sichts der Roh­stoff­kri­se längst zu­rück­ge­zo­gen. Um die Fi­nan­zie­rung zu stem­men, kürz­te die Stadt un­längst so­gar So­zi­al­aus­ga­ben. Zu­dem sind rund 30 Mil­lio­nen Eu­ro ver­si­ckert, die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt. Ein neu­er Bau­trä­ger soll nun die letz­ten Uefa-Ein­wän­de um­set­zen und ge­währ­leis­ten, dass die Are­na recht­zei­tig für den Kon­fö­de­ra­tio­nen-Cup 2017 fer­tig wird.

Sta­di­en

wer­den für die WM 2018 in Russ­land neu ge­baut. Nur in Je­ka­te­r­in­burg und Sot­schi wer­den be­reits be­ste­hen­de Are­nen ge­nutzt.

Mil­li­ar­den Eu­ro

sol­len die Kos­ten für die Aus­tra­gung der EM-End­run­de be­tra­gen. We­gen der Fi­nanz­kri­se wur­de das Bud­get ab 2015 mehr­mals ge­kürzt.

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