Lie­be oh­ne Kom­pro­mis­se

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - HEI­DE RAMPETZREITER

Dir­ty Pro­jec­tors: »Keep Your Na­me«. So tief ist die Stim­me von Da­vid Long­s­treth doch gar nicht, denkt man, wenn der Dir­ty­Pro­jec­tors-Front­mann das Lied an­stimmt mit: „I don’t know why you aban­do­ned me“. Sie klingt ver­lang­samt, ver­zerrt ist der Lo­op aus dem ei­ge­nen Song „Im­p­regnable Ques­ti­on“. Das Ge­sicht im Vi­deo be­wegt sich auf un­ge­wohn­te Wei­se: wie se­diert, um dem Schmerz am En­de der Lie­be zu ent­kom­men. Im Mit­tel­punkt des düs­te­ren Tren­nungs­lieds steht ei­ne Phra­se, die man aus dem Schei­dungs­kon­text kennt: „Keep Your Na­me“, be­hal­te dei­nen Na­men, lau­tet der Re­frain. Ei­ne Bit­te? Ei­ne Er­laub­nis? Man darf sich vom trau­ri­gen, ein­sa­men Ge­sang nicht täu­schen las­sen, un­ter ex­pe­ri­men­tel­len Sounds und hal­len­den Drums sind auch Vor­wür­fe ver­steckt: „What I want from art is truth, what you want is fa­me“, heißt es. Die­se Lie­be ver­trägt kei­ne Kom­pro­mis­se. Schon gar nicht, wenn es um Idea­le geht.

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