Die To-do-L Herbst: Wa tun und lass

Heu­te hät­ten wir den Bun­des­prä­si­den­ten wäh­len kön­nen. Doch trotz­dem ei­ne Wahl: Sturm trin­ken oder Ma­ro­ni sam­meln? Win­ter je­den Fall da­mit auf­hö­ren, »zum letz­ten Mal« zu sa­gen. Ei­ne klei­ne

Die Presse am Sonntag - - Leben -

Den Satz „Zum letz­ten Mal“aus dem Wort­schatz strei­chen: Spä­tes­tens ab Mit­te Au­gust wird der ge­mei­ne Ös­ter­rei­cher me­lan­cho­lisch und ver­fällt ins Jam­mern. Und das nur, weil sich der Som­mer dem En­de neigt, die Ta­ge wie­der kür­zer, die Aben­de küh­ler wer­den. In den so­zia­len Netz­wer­ken pos­ten Men­schen dann gern Fo­tos von lee­ren Schwimm­bä­dern oder vol­len Hu­go­Glä­sern auf ir­gend­wel­chen Dach­ter­ras­sen, da­zu die Zei­le: „Letz­ter Ba­de­tag“oder „Noch ein­mal gril­len“. Doch auf die vie­len an­ge­kün­dig­ten letz­ten Ma­le folg­ten ge­ra­de in die­ser Sai­son im­mer noch wei­te­re Ba­de­ta­ge und Gril­la­gen. Dank der mil­den Tem­pe­ra­tu­ren ha­ben nicht we­ni­ge Gas­tro­no­mie­be­trie­be ih­re (Scha­ni-)Gar­ten­sai­son bis Mit­te Ok­to­ber ver­län­gert. Da­her: Strei­chen wir „das letz­te Mal“aus un­se­rem Wort­schatz. Denn nichts ist wirk­lich zum letz­ten Mal, der nächs­te Som­mer kommt spä­tes­tens in neun Mo­na­ten.

IDra­chen stei­gen las­sen: Es ist ei­ne die­ser Groß­stadt­my­then, dass man Dra­chen nur im Herbst stei­gen las­sen kann. Ja, Wind und Wet­ter sind dann be­son­ders ge­eig­net, um ein klei­nes (oder grö­ße­res) flie­gen­des Et­was stei-

Igen zu las­sen. Aber wer sagt ei­gent­lich, dass man Dra­chen nicht auch an ei­nem kla­ren, mil­den Win­ter- oder ei­nem re­gen­frei­en Früh­lings­tag aus­pa­cken kann?

Bal­kon/Gar­ten sanft her­un­ter­fah­ren: Ge­ra­de erst wur­den spä­te Pa­ra­dei­ser, Zuc­chi­ni und Me­l­an­za­ni ge­ern­tet, doch jetzt reift mit Si­cher­heit nichts mehr

Inach. So viel steht fest. An­fang Ok­to­ber kann man al­so da­mit be­gin­nen, heik­le Kü­bel­pflan­zen ins frost­freie Win­ter­quar­tier zu über­sie­deln und die ab­ge­ern­te­ten Pa­ra­dei­ser- und Erd­beer­pflan­zen zu­rück­zu­schnei­den oder zu ent­sor­gen. Der Vor­teil: Es herrscht noch kei­ne Ei­le und wenn über­ra­schend die ers­te Frost­nacht her­ein­bricht, sind die heik­len Pflan­zen in Si­cher­heit. Fau­len Zeit­ge­nos­sen sei au­ßer­dem ge­sagt: Es ist ein­fa­cher, Ge­rip­pe to­ter Pflan­zen aus der noch lo­cke­ren Er­de zu ho­len, als dann im Jän­ner aus ge­fro­re­ner.

Som­mer­ur­laub bu­chen: We­ni­ges hilft bes­ser ge­gen ei­ne her­an­na­hen­de Win­ter­de­pres­si­on, als Plä­ne für das neue Jahr zu ma­chen. Am bes­ten bucht man jetzt den Som­mer­ur­laub oder – die Spät­star­ter – die Ski­fe­ri­en. Ähn­lich ver­hält es sich auch mit dem Jah­res­wech­sel: War­um nicht ein­mal un­ter den Ers­ten sein und schon jetzt fi­xie­ren, mit wem und wo man den 31. De­zem­ber ver­bringt.

IMög­lichst viel drau­ßen sit­zen: Auch an war­men Herbst­ta­gen soll­te man auf ei­nes nie ver­ges­sen: die Über­gangs­ja­cke. Denn ob­wohl man sie un­ter-

IWer sagt ei­gent­lich, dass man Dra­chen nicht auch im Win­ter stei­gen las­sen kann?

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