Wie­ner Luft statt Air Ber­lin

Oder: War­um wir ein schlech­tes Ge­wis­sen ha­ben, wenn Fir­men zu­sper­ren müs­sen.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VO N FLO­RI­AN ASAMER

nicht an uns lie­gen. Egal, mit wem man spricht, je­der fliegt seit Jah­ren nur noch mit der Bil­lig­flug­li­nie, de­ren Na­men Le­bens­ge­fühl­pro­gramm ist. Soll­te das an­ge­kün­dig­te Spar­pro­gramm all­zu schlimm wer­den und Air Ber­lin nur noch von Mün­chen nach Ber­lin und zu­rück flie­gen, bö­te sich die Grün­dung ei­ner Li­nie na­mens Wie­ner Luft an. Wi­en gilt oh­ne­dies als neu­es Ber­lin (al­so zu­min­dest re­den wir uns das und ei­ner Hand­voll Ber­lin­mü­der seit ei­ni­ger Zeit mit­te­l­er­folg­reich ein), viel­leicht könn­te man da ja von ei­ner frei wer­den­den Ni­sche pro­fi­tie­ren.

Apro­pos flie­gen: Am Frei­tag en­de­te die er­folg­rei­che eu­ro­päi­sche Raum­mis­si­on mit dem miss­glück­ten Na­men Ro­set­ta. Die Raum­son­de kol­li­dier­te ge­plant mit dem Ko­me­ten, den sie seit ein paar Jah­ren so neu­gie­rig um­kreist hat­te. Das Dum­me an die­sen All-Aben­teu­ern ist nur: Im Ver­gleich zu dem, was in Sci­ence-Fic­tion-Fil­men gang und gä­be ist, hin­ken sie im­mer um Jahr­zehn­te hin­ter­her. Kommt man aus dem Mul­ti­plex (mind the Ki­noster­ben!), wo man et­wa den Film „Der Mar­sia­ner“ge­se­hen hat, in dem Matt Da­mon von sei­nem Raum­schiff irr­tüm­lich auf dem Mars ver­ges­sen wird, trai­niert man im ech­ten Le­ben ge­ra­de ein­mal für ei­ne ers­te Mars-Mis­si­on, die frü­hes­tens in den 2030er-Jah­ren star­ten könn­te. Und wenn das end­lich so weit sein wird, wa­ren wir im Ki­no si­cher längst auf der Son­ne. Samt den Kä­se­nach­os.

Den Sonn­tag ver­brin­gen wir je­den­falls mit rich­tig gu­tem Ge­wis­sen: im Mi­ni-Ki­no, in ei­nem rich­ti­gen Kaf­fee­haus oder eben im Flug­zeug. In ei­nem bil­li­gen . . .

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.