Kunst auf Burg Perch­tolds­dorf

Klei­ner Kunst­sŻ­lon statt gro­ßer Mes­se: Das ist das neue For­mat, an dem sich Ver­an­stal­ter Wolf­gang Pelz ver­sucht. Als Ver­an­stal­tungs­ort wähl­te er Perch­tolds­dorf mit­ten im kauf­kräf­ti­gen Speck­gür­tel Wi­ens.

Die Presse am Sonntag - - Kunstmarkt - VON EVA KOMAREK

Der Wie­ner Kunst­herbst hat wie­der ei­ne neue Mes­se be­kom­men, al­so nicht di­rekt Wi­en, son­dern Perch­tolds­dorf, das aber zum so­ge­nann­ten Speck­gür­tel Wi­ens zählt. Mes­se­ver­an­stal­ter Wolf­gang Pelz, der die Art Aus­tria ins Le­ben rief, spä­ter im Som­mer in Salz­burg par­al­lel zu den Fest­spie­len ei­ne Kunst- und An­ti­qui­tä­ten­mes­se ver­an­stal­te­te und zu­letzt für viel Dis­kus­si­on sorg­te, weil er im Vor­jahr die Vi­en­n­a­f­air nach dem Aus­stieg der ur­sprüng­li­chen Mes­se­be­trei­ber von der Reed Mes­se über­nahm, ver­sucht sich an ei­nem neu­en For­mat. Hat er doch die Vi­en­n­a­f­air nach nur ei­nem Jahr wie­der auf­ge­ge­ben. Klein, aber in ed­lem Rah­men, in den neu re­no­vier­ten Aus­stel­lungs­räum­lich­kei­ten der Burg Perch­tolds­dorf, gibt es die­ses Wo­che­n­en­de ei­nen Kunst­sa­lon. Er set­ze auf Qua­li­tät strikt vor Quan­ti­tät, so Pelz. 20 Ga­le­ri­en und Kunst­händ­ler sind ver­tre­ten, dar­un­ter die Ga­le­rie bei der Al­ber­ti­na – Zet­ter, Ko­vacek Spie­gel­gas­se, Richard Ru­berl, Cho­bot, Hei­ke Curt­ze, Jo­han­nes Fa­ber und Kunst­haus Wie­sin­ger. Mit der Ga­le­rie Drees aus Hannover ist so­gar ein Aus­stel­ler aus Deutsch­land ge­kom­men.

Die Idee kam Pelz, weil er selbst Perch­tolds­dor­fer ist und er die Kauf­kraft der Be­woh­ner der Vil­len­ge­gen­den im Sü­den Wi­ens wie Möd­ling, Ba- den und eben Perch­tolds­dorf gut kennt. Das hat auch bei den Aus­stel­lern ge­zo­gen. Jo­han­nes Fa­ber, Spe­zia­list für Fo­to­gra­fie, hält die Ge­gend für ein in­ter­es­san­tes Ein­zugs­ge­biet. „Aber vor al­lem ha­be ich mich zu die­ser Mes­se ent­schie­den, weil ich sonst kei­ne Mes­se mehr in Wi­en ma­che“, sagt Fa­ber. Zu­dem ha­be er ein An­ge­bot be­kom­men, das er kaum aus­schla­gen konn­te. Preis­lich bie­tet Jo­han­nes Fa­ber nicht die teu­ers­ten Wer­ke an. Die Preis­span­ne be­we­ge sich zwi­schen 2500 bis rund 30.000 Eu­ro. „Ich ha­be ei­ni­ge Zeit­ge­nos­sen mit, die noch durch­wegs güns­tig sind, oder Edi­tio­nen wie bei­spiels­wei­se von Man Ray“, er­zählt er. Mit da­bei hat er auch ei­ni­ge Wer­ke von And­re´ de Die­nes aus der Se­rie „Young Ma­ri­lyn“, die bei­spiels­wei­se 3200 Eu­ro kos­ten. Pop-Art. Pe­tra Pop-Wie­sin­ger vom Kunst­haus Wie­sin­ger war eben­falls schnell über­zeugt. Sie setzt auf ei­nen Mix von klas­si­scher und zeit­ge­nös­si­scher Kunst, wie Han­nes Mle­nek, Ro­bert Metz­kes, Lu­cia Ric­cel­li, An­dy War­hol und Roy Liech­ten­stein. Ih­re Prei­se lie­gen zwi­schen 3000 und 55.000 Eu­ro.

Die Ga­le­rie Cho­bot hat mit „NY, 2014“ei­ne der wich­tigs­ten Zir­bel­kie­ferskulp­tu­ren von Wal­ter Mo­ro­der mit auf der Mes­se, wäh­rend Al­ber­ti­na-Zet­ter ne­ben Kurt Mol­do­van ei­ne Skulp­tur von Fritz Wo­tru­ba zeigt. Die Ar­beit stammt aus dem Jahr 1963 und war in der New Yor­ker Marl­bo­rough-Ger­son Gal­le­ry aus­ge­stellt. Zu­letzt war sie in ei­ner Schwei­zer Pri­vat­samm­lung.

Ga­le­rie Hei­ke Curt­ze und Pe­tra Sei­ser ha­ben ei­ne groß­for­ma­ti­ge Ar­beit von Her­mann Nitsch mit. Richard Ru­berl wid­met sei­nen Stand vor­ran­gig Ar­nulf Rai­ner. „Sil­ber­grau­es Kreuz“bei­spiels­wei­se, ei­ne Kalt­na­del­ra­die­rung auf Alu­mi­ni­um, ist ei­ne der größ­ten Kalt­na­del­ar­bei­ten Rai­ners. Zwi­schen 1977 und 1989 ar­bei­te­te Rai­ner an ei­ner Plat­te. In der Zeit ent­stan­den ins­ge­samt sechs ver­schie­de­ne Dru­cke in wech­seln­den Far­ben.

Das zen­tra­le Werk bei der Ga­le­rie Ko­vacek Spie­gel­gas­se ist Mar­kus Prach­sen­kys „Rot auf weiss – So­li­tu­de – II“aus dem Jahr 1964. Co­vacek Con­tem­pora­ry hin­ge­gen setzt auf Ar­bei­ten von Sa­bi­ne J. Wie­den­ho­fer.

Kunst­sa­lon Perch­tolds­dorf

Ga­le­rie Cho­bot zeigt die le­bens­gro­ße Ste­le „NY, 2014“von Wal­ter Mo­ro­der.

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