FAK­TEN

Die Presse am Sonntag - - Wien -

74 Ein­kŻufs­strŻ­ßen

gibt es der­zeit in Wi­en laut der De­fi­ni­ti­on der Wirt­schafts­kam­mer – denn die zählt je­de Stra­ße, in der sich die an­säs­si­gen Ge­schäfts­leu­te zu ei­nem Ver­ein zu­sam­men­ge­tan ha­ben, als ei­ne sol­che.

Fünf

ech­te Shop­pin­gStra­ßen (bzw. Grät­zel, in­klu­si­ve der Ne­ben­gas­sen) zäh­len die Be­ra­ter von Stand­ort + Markt: die Ma­ria­hil­fer Stra­ße, die In­nen­stadt, Land­stra­ßer Haupt­stra­ße, Fa­vo­ri­ten­stra­ße und Meid­lin­ger Haupt­stra­ße (sie­he links). Der Rest fällt eher in die Ka­te­go­rie Nah­ver­sor­ger. und die Meid­lin­ger Haupt­stra­ße (eben­falls je in­klu­si­ve Ne­ben­gas­sen) als Ein­kaufs­stra­ßen, zu de­nen man ex­tra fährt, um auch Gü­ter für den län­ger­fris­ti­gen Be­darf zu be­sor­gen oder zu bum­meln.

Der Rest? Der fällt für Lind­ner eher in die Ka­te­go­rie Nah­ver­sor­ger. „Die Al­ser Stra­ße, die Jo­sef­städ­ter Stra­ße oder die Wied­ner Haupt­stra­ße sind viel­leicht noch an der Gren­ze zur Shop­ping-Stra­ße“, der Rest be­we­ge sich stär­ker in Rich­tung Nah­ver­sor­ger. Und da ent­wi­ckeln sich auch tra­di­tio­nel­le Ein­kaufs­stra­ßen sehr un­ter­schied­lich: „In der Tha­lia­stra­ße, am Flo­rids­dor­fer Spitz oder in der Bri­git­ten­au brö­seln die Ein­kaufs­stra­ßen da­hin. Die Shop­ping­funk­ti­on wird schwä­cher, statt Klei­dungs­ge­schäf­ten macht der zehn­te Im­biss­stand auf“, be­schreibt Lind­ner die La­ge in den schwä­che­ren Be­zir­ken.

Auch Scha­rit­zer sieht in der Land­stra­ßer und Dö­blin­ger Haupt­stra­ße oder der Jo­sef­städ­ter Stra­ße ei­nen gu­ten Bran­chen­mix und ei­ne gu­te Po­si­ti­on als Nah­ver­sor­ger. In an­de­ren, der Ler­chen­fel­der oder der Al­ser Stra­ße, spricht er von „schon gro­ßen Lü­cken“. Gesch´fte wei­chen GŻs­tro­no­mie. Der Wan­del vom Han­del zur Gas­tro­no­mie sei aber auch in der In­nen­stadt stark zu be­ob­ach­ten. Vor al­lem die Ge­schäfts­flä­chen von Tex­til- und Schuh­ge­schäf­ten schwin­den rasch: In 22 In­nen­stadt Ein­kaufs­zo­nen in Ös­ter­reich (dar­un­ter die fünf ge­nann­ten in Wi­en), die S+M jähr­lich ana­ly­siert, ist der An­teil die­ser Spar­ten an den Ge­schäfts­flä­chen in­ner halb von drei Jah­ren von 36 auf 33 Pro­zent ge­schrumpft, die­se Flä­chen wur­den oft von Gastro­be­trie­ben neu be­setzt. Der Haupt­trei­ber? Na­tür­lich das On­li­ne­ge­schäft. Ver­liert der Han­del in den Städ­ten al­so un­wie­der­bring­lich an Bo­den? „An die­sen über­ge­ord­ne­ten Trends wie dem E-Com­mer­ce kann man we­nig än­dern, auch den Bran­chen­mix kann man kaum steu­ern“, sagt Lind­ner. „Ich glau­be aber an ei­ne Re­nais­sance der In­nen­städ­te und der Ge­schäfts­flä­chen, wenn es der Han­del schafft, Ein­kau­fen als Er­leb­nis zu ver­kau­fen.“Das sei aber ein lang­fris­ti­ger

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