Wirk­sa­me Maß­nah­men

Die Presse am Sonntag - - Ausland -

Die mensch­li­che Haut ist mit vie­len un­sicht­ba­ren Bak­te­ri­en be­sie­delt. Sie bil­den ei­ne na­tür­li­che Haut­flo­ra, die für ei­ne ge­sun­de und in­tak­te Haut sorgt. Aber durch Kon­takt, wie et­wa Hän­de­schüt­teln, das An­fas­sen von Tür­klin­ken, Han­dys oder Com­pu­ter­tas­ta­tu­ren er­wer­ben wir zu­sätz­lich Bak­te­ri­en der Um­ge­bung (An­flug­kei­me) an den Hän­den, die zu ei­ner In­fek­ti­on füh­ren kön­nen. Da­her soll­te man die­se Er­re­ger so­wohl zum Selbst­schutz als auch zur Ver­mei­dung der Über­tra­gung auf an­de­re be­sei­ti­gen. Die da­für zur Ver­fü­gung ste­hen­den Hy­gie­ne­maß­nah­men sind Hän­de­des­in­fek­ti­on und Hän­de­wa­schen. Tests be­wei­sen: Vie­le Men­schen des­in­fi­zie­ren ih­re Hän­de nur man­gel­haft.

Dis­zi­plin ge­fragt

Selbst man­che Ärz­te und das Pfle­ge­per­so­nal, Men­schen, die tag­täg­lich mit dem The­ma Des­in­fek­ti­on kon­fron­tiert sind, wei­sen in ih­rer Rou­ti­ne Män­gel auf. Da­her po­chen die Hy­gie­ne­teams der NÖ Kli­ni­ken stets auf ei­ne kor­rek­te Aus­füh­rung. Pri­mar Chris­toph Aspöck ver­gleicht das mit dem Au­to­fah­ren: „Es be­steht kein Man­gel an kla­ren Ver­kehrs­re­geln, aber sie wer­den nicht im­mer ein­ge­hal­ten.“Das Pro­blem ist al­so nicht, dass wir nicht wüss­ten, wann und wie man die Hän­de rich­tig des­in­fi­ziert, son­dern oft fehlt die Mo­ti­va­ti­on, es über­haupt oder wenn, dann rich­tig aus­zu­füh­ren. Die In­for­ma­ti­ons­ kam­pa­gne „Nein zum Keim“soll ge­nau an die­sem Punkt an­set­zen.

Hö­he­re Keim­re­duk­ti­on

Im All­tag reicht das sim­ple Hän­de­wa­schen. Die Hän­de nur mit Was­ser und Sei­fe zu be­han­deln, ist im Kran­ken­haus al­ler­dings zu we­nig. Die An­flug­kei­me las­sen sich mit Hän­de­wa­schen schlech­ter eli­mi­nie­ren als mit ei­nem al­ko­ho­li­schen Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel. Ab­ge­se­hen da­von wirkt ei­ne Hän­de­des­in­fek­ti­on schnel­ler als Hän­de­wa­schen. Bei Was­ser und Sei­fe wird min­des­tens ei­ne Mi­nu­te Hän­de­wa­schung emp­foh­len, trotz­dem ist die Keim­re­duk­ti­on ver­gleichs­wei­se ge­ring.

Bei der Des­in­fek­ti­on rei­chen 30 Se­kun­den, um ei­ne deut­lich hö­he­re Keim­re­duk­ti­on zu er­zie­len und so­mit ei­ne Über­tra­gung viel eher zu ver­mei­den. Je­doch gilt es ei­ni­ge Punk­te zu be­ach­ten: So ist es zum Bei­spiel wich­tig, dass die Hän­de bei der Des­in­fek­ti­on nicht feucht sind, weil der Al­ko­hol sonst ver­dünnt wür­de, und man darf nicht zu spar­sam sein. Es ist ent­schei­dend, dass man ei­ne aus­rei­chen­de Men­ge Des­in­fek­ti­ons­mit­tel ver­wen­det und die Ein­rei­be­tech­nik be­herrscht. Durch die re­gel­mä­ßi­ge Hän­de­des­in­fek­ti­on er­ge­ben sich aber noch wei­te­re Vor­tei­le: Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel sind haut­ver­träg­li­cher als Sei­fe und ent­hal­ten Pfle­ge­stof­fe, die ei­ner Aus­trock­nung der Haut ent­ge­gen­wir­ken.

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