Am 22. Ok­to­ber ist der Tag des Sekts

Die Presse am Sonntag - - Essen Und Trinken -

Seit dem Jahr 2010 wird der ös­ter­rei­chi­sche Sekt im Herbst mit ei­nem Fei­er­tag groß in die Aus­la­ge ge­stellt. In sechs Ta­gen ist es wie­der so weit: Am 22. Ok­to­ber fin­det der Tag des ös­ter­rei­chi­schen Sekts statt. Bei vie­len Sekt- und Schaum­wein­her­stel­lern ge­hen die Kel­ler­tü­ren auf, und die Win­zer und Sekt­pro­du­zen­ten la­den In­ter­es­sier­te ein, bei zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen mit ei­nem Glas Sekt hin­ter die Ku­lis­sen zu bli­cken und die Viel­falt der ös­ter­rei­chi­schen Schaum­wei­ne zu er­kun­den. „Als wir 2010 mit dem Tag des Sekts ge­star­tet sind, war ei­ne klei­ne Grup­pe be­müht, mit dem Tag des Sekts Rich­tung Hoch­sai­son zu star­ten“, sagt der Vor­sit­zen­de des Ös­ter­rei­chi­schen Sekt­ko­mi­tees und Schlum­ber­ger-Vor­stand, Her­bert Ja­gers­ber­ger. „Die Qua­li­tät der Ver­an­stal­tung ist seit­her um ein Viel­fa­ches ge­stie­gen.“Im­mer mehr Pro­du­zen­ten ma­chen mit, und auch die Be­su­cher­zah­len stei­gen je­des Jahr, freut sich der Ob­mann des Sekt­ko­mi­tees über die­se Ent­wick­lung, die die Ima­ge­stei­ge­rung von Sekt aus Ös­ter­reich be­legt. Von den rund 23,5 Mil­lio­nen Fla­schen Sekt und Schaum­wein (ex­klu­si­ve Cham­pa­gner), die ös­ter­reich­weit pro Jahr ge­trun­ken wer­den, wer­den von jetzt bis Jah­res­en­de rund 45 Pro­zent ge­nos­sen. Aber Sekt ent­wi­ckelt sich im­mer mehr vom Ge­tränk für An­läs­se wie Weih­nach­ten, Sil­ves­ter und Ge­burts­ta­ge zum Ganz­jah­res­pro­dukt. „Die Spit­ze im No­vem­ber und De­zem­ber ist zwar noch ex­trem, aber es wird schon deut­lich mehr Sekt im Jahr ge­trun­ken. Da hilft, dass nicht nur ein paar Gro­ße das ma­chen, son­dern ei­ne Viel­zahl von klei­nen Win­zern da sind“, sagt Ja­gers­ber­ger.

Wirt­schafts­fak­tor Sekt

Ne­ben der Sekt­kel­le­rei Schlum­ber­ger gibt es mit Jo­hann Kat­tus, Szi­ge­ti und In­führ noch drei wei­te­re be­kann­te Sekt­häu­ser in Ös­ter­reich – und mitt­ler­wei­le 110 Win­zer­be­trie­be, die auch Sekt her­stel­len. Wo­mit Sekt und Schaum­wein ein be­deu­ten­der Wirt­schafts­fak­tor ge­wor­den sind. Die ös­ter­rei­chi­sche Sekt­bran­che er­wirt­schaf­tet in­klu­si­ve Roh­stoff­lie­fe­ran­ten laut Sekt­ko­mi­tee rund 55 Mil­lio­nen € pro Jahr und si­chert 1300 Ar­beits­plät­ze. Und: Zu­min­dest je­de drit­te in Ös­ter­reich kon­su­mier­te Fla­sche Sekt stammt aus ös­ter­rei­chi­scher Wein­pro­duk­ti­on. Um­ge­rech­net be­deu­tet das, dass die Ern­te­men­gen für den ös­ter­rei­chi­schen Sekt rund zehn Pro­zent des hei­mi­schen Wein­vo­lu­mens aus­ma­chen. Für Sekt­kon­su­men­ten ist die Her­kunft auch ein wich­ti­ges Kauf­kri­te­ri­um. So geht aus ei­ner ak­tu­el­len Sekt­stu­die her­vor, die Schlum­ber­ger im Vor­jahr in Auf­trag ge­ge­ben hat, dass 63 Pro­zent der Be­frag­ten lie­ber ös­ter­rei­chi­schen Sekt als Cham­pa­gner trin­ken. Als Be­grün­dung wur­den am häu­figs­ten der Trend zu re­gio­na­len Pro­duk­ten und der bes­se­re Ge­schmack ge­nannt. Nach Ge­schmack und Her­kunft kam erst an drit­ter Stel­le der Preis als Kauf­kri­te­ri­um. Um die Qua­li­tät des ös­ter­rei­chi­schen Sekts zu be­to­nen und Si­cher­heit zu ge­ben, ha­ben die hei­mi­schen Sekt­pro­du­zen­ten und die Wein­wirt­schaft die „Ös­ter­rei­chi­sche Sek­tQua­li­täts­py­ra­mi­de“ge­baut – um die ver­schie­de­nen Ka­te­go­ri­en von Sekt ge­schütz­ten Ur­sprungs für Kon­su­men­ten über­sicht­lich dar­zu­stel­len.

Drei­stu­fi­ge Qua­li­täts­py­ra­mi­de

Ver­ein­facht ge­sagt be­steht die Py­ra­mi­de aus drei Stu­fen: An der Ba­sis ste­hen die Klas­sik-Sek­te, de­ren Trau­ben aus ei­nem Bun­des­land kom­men müs­sen und die in Ös­ter­reich ver­ar­bei­tet und ver­sek­tet wur­den. Klas­sik-Sek­te müs­sen min­des­tens neun Mo­na­te auf der He­fe ge­la­gert wer­den und dür­fen frü­hes­tens ein Jahr nach der Ern­te, qua­si mit dem Tag des Sekts im Ok­to­ber, in den Ver­kauf. Der Al­ko­hol­ge­halt darf ma­xi­mal 12,5 Vo­l­ums­pro­zent be­tra­gen. Ei­ne Jahr­gangs­be­zeich­nung ist er­laubt. Über der Klas­sik ist die Re­ser­ve an­ge­sie­delt: Die Trau­ben müs­sen in ei­nem Bun­des­land ge­ern­tet und ver­ar­bei­tet sein. Für die Sekt­her­stel­lung darf nur die tra­di­tio­nel­le Fla­schen­gä­rung ver­wen­det wer­den, das be­deu­tet, dass ei­ne zwei­te Gä­rung in der Fla­sche statt­fin­det. Re­ser­ve-Sek­te rei­fen min­des­tens zwölf Mo­na­te auf der He­fe und dür­fen frü­hes­tens zwei Jah­re nach der Ern­te auf den Markt ge­bracht wer­den. Die Her­kunfts­be­zeich­nung ist ein Bun­des­land. Als Süß­egrad des Sekts (Do­sa­ge) sind nur brut und ex­tra brut bzw. brut na­tu­re zu­ge­las­sen. Die höchs­te Qua­li­täts­ka­te­go­rie ist die Gro­ße Re­ser­ve. Die Trau­ben müs­sen aus ei­ner Ge­mein­de stam­men. La­gen­be­zeich­nun­gen für ei­ne an­ge­mel­de­te Rie­de sind ge­ge­be­nen­falls er­laubt. Bei Gro­ßen Re­ser­ven, die na­tür­lich auch nach der tra­di­tio­nel­len Fla­schen­gä­rung pro­du­ziert wer­den und nur brut und ex­tra brut sein dür­fen, gibt es kei­ne Ein­gren­zung des Al­ko­hol­ge­halts. Die Sek­te müs­sen min­des­tens 30 Mo­na­te auf der He­fe lie­gen und dür­fen frü­hes­tens 36 Mo­na­te nach der Ern­te in den Ver­kauf. Al­le 22 wei­ßen und 13 ro­ten Rebs­or­ten, die in Ös­ter­reich für die Pro­duk­ti­on von Qua­li­täts­wein zu­ge­las­sen sind, sind auch für die Sekt­her­stel­lung er­laubt. Dem­ent­spre­chend groß ist die Viel­falt auch bei Win­zer­sek­ten. Den bes­ten Über­blick, was es Neu­es im ös­ter­rei­chi­schen Sekt­be­reich gibt, er­hält man beim Kick-off-Event zum Tag des ös­ter­rei­schi­schen Sekts. Die­ses wird heu­er am 21. Ok­to­ber im Wie­ner Mu­se­ums­quar­tier (Oval­hal­le und Are­na 21) ver­an­stal­tet, für Fach­be­su­cher es­klu­siv von 14 bis 16 Uhr. Die Pu­bli­kums­ver­kos­tung fin­det von 16 bis 21 Uhr statt. Ein­tritt 20 €. www.oe­s­ter­reich­sekt.at

FO­TO: SCHLUM­BER­GER

23,5 Mil­lio­nen Fla­schen Schaum­wein (ex­klu­si­ve Cham­pa­gner) trin­ken die Ös­ter­rei­cher jähr­lich – auf die Her­kunft wird im­mer mehr ge­schaut.

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