Die Angst vor dem gro­ßen Ok­to­ber-Crash

In den USA ha­ben Ana­lys­ten Chart­mus­ter ent­deckt, die stark an den Me­ga-Ak­ti­en­crash von 1987 er­in­nern.

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld - JU

Der 19. Ok­to­ber 1987 ist als Black Mon­day in die Ge­schich­te ein­ge­gan­gen: An die­sem Tag sack­ten die Kur­se an der New Yor­ker Bör­se oh­ne Halt nach un­ten. Nicht ganz oh­ne Vor­war­nung, denn in den Ta­gen da­vor war der Dow Jo­nes In­dex, das wich­tigs­te Ak­ti­en­ba­ro­me­ter des Glo­bus, be­un­ru­hi­gend in­sta­bil ge­wor­den. Aber so et­was wie an die­sem Mon­tag hat­te die Bör­sen­welt zu­vor noch nicht ge­se­hen: Am En­de des Han­dels­ta­ges lag der Dow Jo­nes um 22,6 Pro­zent un­ter dem Schluss­kurs vom vor­an­ge­gan­ge­nen Frei­tag.

Kom­men­den Mitt­woch jährt sich der Black Mon­day zum 29. Mal. Im Vor­feld des zwei­fel­haf­ten Ju­bi­lä­ums ist be­trächt­li­che Un­ru­he auf­ge­kom­men, ge­schürt von hoch­ran­gi­gen US-Ana­lys­ten: Ex­per­ten der Ci­ti­group und der HSBC hat­ten un­ab­hän­gig von­ein­an­der die Charts des markt­brei­ten ame­ri­ka­ni- schen S & P 500 In­dex aus dem Jahr 1987 und den ak­tu­el­len über­ein­an­der­ge­legt und ei­ne alar­mie­ren­de Ent­de­ckung ge­macht: Die bei­den Kurs­kur­ven äh­neln ein­an­der wie ein Ei dem an­de­ren. Und: Sie nä­hern sich un­auf­halt­sam dem Ab­sturz­punkt von 1987. Bleibt der ak­tu­el­le Chart auf 1987er-Kurs, dann müss­te er kom­men­den Mitt­woch dra­ma­tisch ab­tau­chen.

Auch an­de­re Par­al­le­len wol­len die bei­den US-Ana­lys­ten ent­deckt ha­ben: Die Ent­wick­lun­gen bei Gold und Roh­öl lie­fen in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten eben­falls ähn­lich wie im Bör­sen­cras­h­jahr.

Soll man jetzt den Fall­schirm her­rich­ten und ab­sprin­gen? Schwer zu sa­gen, Pa­nik ist al­ler­dings kein gu­ter Ratgeber. Ers­tens sind Chart­ver­glei­che die­ser Art ei­ne net­te Spie­le­rei oh­ne sta­tis­ti­sche Re­le­vanz, denn Ge­schich­te muss sich nicht not­ge­drun­gen wie­der­ho­len. Zwei­tens hat der Markt durch die Ge­gen­be­we­gung am Frei­tag ei­ne chart­tech­ni­sche Trig­ger­mar­ke ver­mie­den: Wä­re der S & P In­dex, der zur Wo­chen­mit­te kurz­fris­tig deut­lich ab­ge­sackt war, nach­hal­tig un­ter 2110 ge­fal­len, dann hät­te er tat­säch­lich das ver­gleich­ba­re Ab­sturz­si­gnal vom gro­ßen Crash aus­ge­löst. Die Ge­gen­be­we­gung am Frei­tag hat das USBör­sen­ba­ro­me­ter aber wie­der deut­lich über die­se Mar­ke ge­pusht, und dort ist es bis auf Wei­te­res si­cher auf­ge­ho­ben.

Soll­te das Bör­sen­ba­ro­me­ter Mon­tag oder Di­ens­tag noch ein­mal un­ter die­sen Wert fal­len, dann ist al­ler­dings ge­ne­rell Vor­sicht an­ge­sagt. Dann geht es näm­lich mit ziem­li­cher Si­cher­heit ein Stück wei­ter berg­ab, wenn auch nicht not­wen­di­ger­wei­se in Form ei­nes gro­ßen Crashs.

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