Fuß­ball­welt der Fifa

In der herrscht schein­bar herz­li­che Ei­nig­keit, die WM-Re­form von Gi­an­ni In­fan­ti­no wird im Jän­ner 2017 be­schlos­sen. Mehr Star­ter, mehr Geld – nur noch die Quo­ten­fra­ge könn­te ein Ei­gen­tor wer­den.

Die Presse am Sonntag - - Sport - VON MARKKU DATLER

ren. Es schei­tert je­doch an der Durch­führ­bar­keit, 70 statt 80 Spie­le sind ge­nug, 40 Mann­schaf­ten eben­so – und da­mit hat es In­fan­ti­no sei­nen Vor­gän­gern nach­ge­macht. Egal ob Ha­ve­lan­ge oder Blat­ter, sie ga­ben ih­ren Wäh­lern „Brot, Spie­le – und Mil­lio­nen“. Dann hat es je­der Prä­si­dent im­mer leicht.

Be­schlos­sen wird das neue Tur­nier­pro­gramm im Jän­ner 2017, dar­an gibt es nach die­sem Fifa-Mee­ting kei­nen Zwei­fel. Die Fuß­ball-WM in ge­wohn­ter Form, al­so mit 32 Teams, ist ab der Win­ter-WM in Ka­tar 2022 end­gül­tig Ge­schich­te. Bis da­hin müs­sen sich na­tio­na­le Li­gen und auch die Uefa mit ih­ren Be­wer­ben Cham­pi­ons Le­ague und Eu­ro­pa Le­ague al­ler­dings et­was über­legt ha­ben. Mehr WM-Teams und -Spie­le be­deu­ten, dass das Tur­nier län­ger dau­ern und wei­ter in die ei­gent­li­che Sai­son hin­ein­rei­chen könn­te. Von Ab­stel­lun­gen der je­wei­li­gen Team­spie­ler oder Su­per­stars ganz zu schwei­gen. Al­ler­dings, selbst in die­sem Punkt ist Geld das stets kal­mie­ren­de Ele­ment im Welt­fuß­ball. Wet­ten, dass weit vor Ka­tar 2022 die Ab­stel­lungs­prä­mi­en sei­tens der Fifa im­mens er­höht wer­den, um auch ja al­le auf die­ses präch­ti­ge Event ein­zu­stim­men? Und, soll­te die WM 2026 (in den USA) tat­säch­lich län­ge­re Be­den­ken we­cken bei Eu­ro­pas Groß­klubs, wird es eben an­de­re Prä­mi­en ge­ben.

Dar­um gibt es bei der­lei Kon­gres­sen kei­nen Wi­der­spruch. Es geht nicht um Macht oder per­sön­li­che Schar­müt­zel, man sitzt oh­ne­hin längst an Bord. Es geht nur um die Grö­ße des Ku­chen­stü­ckes. Für Funk­tio­nä­re gilt: Geld schießt sehr wohl To­re.

In ei­nem Punkt muss In­fan­ti­no al­ler­dings sein Ge­schick als „Ma­cher der Fuß- ball­welt“be­wei­sen. Wenn es dar­um geht, Quo­ten und Start­plät­ze fest­zu­le­gen, muss er Ant­wor­ten lie­fern. Eu­ro­pa stellt mit 13 Star­tern mehr als ein Drit­tel al­ler WM-Teil­neh­mer und wird wei­te­re be­geh­ren. Bleibt der Wunsch un­er­füllt, be­kommt In­fan­ti­no Pro­ble­me. Und, nach wel­chem Mo­dus wer­den die 24 ge­setz­ten Teams ge­wählt? Müs­sen sie die – für Na­tio­nen wie Deutsch­land – lei­di­ge Qua­li­fi­ka­ti­on über­haupt be­strei­ten?

Rein nach der Welt­rang­lis­te müss­ten we­ni­ge Eu­ro­pä­er und Süd­ame­ri­ka­ner ins Play­off. Nur Ame­ri­ka, Afri­ka und Asi­en zu be­schrän­ken, kann sich In­fan­ti­no aber auch nicht leis­ten, es wä­re schlecht fürs Ge­schäft. Nur noch die­se heik­le Quo­ten­fra­ge könn­te für ihn zum pat­scher­ten Ei­gen­tor wer­den.

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