Au­ßer­ir­di­sche Stadt­an­sich­ten

Ein un­ge­wöhn­li­cher und schwe­rer Bild­band des Salz­bur­ger EO-Vi­si­on-Ver­lags zeigt 130 höchst ein­drucks­vol­le Sa­tel­li­ten­bil­der von mensch­li­chen Sied­lun­gen auf al­len Kon­ti­nen­ten.

Die Presse am Sonntag - - Leben - VON WOLF­GANG GREBER

Erst seit Be­ginn der Raum­fahr­t­ära in den 1950ern hat der Mensch ent­deckt, wie sein Pla­net ei­gent­lich aus­sieht, und auch das, was er selbst dar­auf so ge­baut hat. Das Größ­te da­von sind Städ­te.

Als äl­tes­te die­ser be­son­ders ver­dich­te­ten Sied­lungs­form, an de­ren Be­ginn meist das Dorf steht, gel­ten Je­ri­cho in Pa­läs­ti­na (ab dem zehn­ten Jahr­hun­dert vor Chris­tus) und Ca­ta­l­höyük¸ in Ana­to­li­en (ab 7500 v. Chr.). Seit­her ent­stan­den prak­tisch un­zähl­bar vie­le Städ­te in end­los vie­len Ge­stal­ten, man­che streng ge­plant wie Can­ber­ra (Aus­tra­li­en) und Sun Ci­ty (USA), die meis­ten wuch­sen aber mehr oder we­ni­ger auf „na­tür­li­che“, oft chao­ti­sche Art. Er­der­kun­dungs­sa­tel­li­ten ha­ben vie­le Städ­te aus Hö­hen zwi­schen et­wa 400 und 1200 Ki­lo­me­tern ab­ge­bil­det, die Fo­tos ha­ben für Men­schen, die st­un­den­lang Land­kar­ten an­schau­en kön­nen, oft Sucht­po­ten­zi­al. Abu Dha­bi bis Zü­rich. Der Salz­bur­ger Ver­lag EO-Vi­si­on-Me­dia hat nun 130 sol­cher Bil­der in ei­nen gro­ßen und schwe­ren (fast 2,5 Ki­lo­gramm) Bild­band ge­packt, da­zu er­klä­ren­de Tex­te so­wie sol­che über Ge­schich­te, Struk­tu­ren, Nie­der­gän­ge und Zu­kunft die­ser künst­li­chen Wel­ten, in de­nen so vie­le Men­schen, oft ver­geb­lich, Chan­cen su­chen. Die vier Au­to­ren aus Ös­ter­reich sind Phy­si­ker, Fern­er­kun­dungs­ex­per­ten, Raum­pla­ner und Bio­lo­gen. Die Städ­te­pa­let­te reicht et­wa von Abu Dha­bi, Ams­ter­dam und Astana über Bar­ce­lo­na, Oua­gadou­gou und Syd­ney bis hin zu Us­huaia, Wla­di­wos­tok und Zü­rich. Das Buch ent­stand mit der Hil­fe von Air­bus De­fence and Space, In­put kam auch von Frank­reichs Welt­raum­agen­tur, CNES, der ESA und Na­sa. Die meis­ten Bil­der sind von den Pleiades-´Sa­tel­li­ten von CNES, die in 695 km Hö­he krei­sen und mit ih­ren Ka­me­ras Auf­lö­sun­gen bis hin­ab auf 50 Zen­ti­me­ter schaf­fen.

Das schö­ne Werk ist im Buch­han­del oder beim Ver­lag selbst er­hält­lich ( www.eo­vi­si­on.at, sie­he rechts).

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