Di­rek­to­ren über ih­re Frei­heit und (Ohn-)Macht

Durch das Au­to­no­mie­pa­ket sol­len mehr Ent­schei­dun­gen am Schul­stand­ort ge­trof­fen wer­den. Vier Di­rek­to­ren er­zäh­len, wie viel sie bis­her schon selbst ge­stal­tet ha­ben und was sich durch die Re­form für sie und ih­re Schu­le än­dern wird.

Die Presse am Sonntag - - Inland - VON BER­NA­DET­TE BAYRHAMMER UND JU­LIA NEU­HAU­SER

Die Be­wer­tun­gen der neu­es­ten Schul­re­form ge­hen weit aus­ein­an­der: Wäh­rend die Re­gie­rung das am Di­ens­tag pak­tier­te Schul­au­to­no­mie­pakt als mo­dern, kind­ge­recht und zu­kunfts­ori­en­tiert lobt, spricht die Leh­rer­ge­werk­schaft von ei­ner rei­nen PR-Ma­sche der Re­gie­rung.

Die Re­form hat vor al­lem ein Ziel – den Schu­len mehr Frei­heit zu brin­gen. Ih­nen wird künf­tig we­ni­ger ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben. Sie sol­len viel mehr selbst ent­schei­den. So wur­den et­wa die Klas­sen­schü­ler­höchst­zah­len bzw. die Tei­lungs­zah­len auf­ge­ho­ben. Di­rek­to­ren dür­fen al­so fest­le­gen, wie vie­le Kin­der in der Klas­se sit­zen. Auch für die 50-Mi­nu­ten-Ein­hei­ten wur­de das En­de ein­ge­läu­tet. Wie lan­ge die Schul­stun­den dau­ern, legt in Zu­kunft die Schu­le ei­gen­stän­dig fest. Mehr Fle­xi­bi­li­tät wird es auch beim Er­stel­len des St­un­den­plans ge­ben. Denn die Ein­füh­rung neu­er Schul­fä­cher wird ver­ein­facht.

Nicht nur die­se neu­en Frei­hei­ten ver­spre­chen dem Di­rek­tor mehr Macht. Schul­lei­ter sol­len künf­tig auch bis zu acht Schu­len gleich­zei­tig vor­ste­hen kön­nen und ei­nen gan­zen Schul­clus­ter, al­so ei­nen Ver­bund aus meh­re­ren Schu­len, lei­ten. Di­rek­to­ren sol­len von Ver­wal­tern zu Ma­na­gern wer­den und ihr Team for­men. Da­zu ge­hört auch, dass sie sich ih­re Leh­rer selbst aus­su­chen. Nur los­wer­den kön­nen sie un­ge­eig­ne­te Päd­ago­gen noch im­mer nicht.

„Die Presse am Sonn­tag“hat vier Di­rek­to­ren un­ter­schied­li­cher Schul­ty­pen ge­fragt, wie (ohn-)mäch­tig sie sich in ih­rer Rol­le bis­her fühl­ten und ob sie sich von dem Au­to­no­mie­pa­ket, die­ser an­geb­li­chen PR-Ma­sche der Re­gie­rung, über­haupt Ve­rän­de­run­gen er­war­ten.

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