Satt­grün in den Tas­sen

Ein Tee­aro­ma ganz spe­zi­el­ler Art lie­fert der sam­ti­ge Aus­tra­li­er Mount Car­bi­ne.

Die Presse am Sonntag - - Garten - VON UTE WOLTRON

Ver­gan­ge­ne Wo­che gab es an die­ser Stel­le, der Jah­res­zeit ent­spre­chend, den Auf­takt zu ei­ner Tee-Or­gie, die sich über die kom­men­den Wo­chen er­gie­ßen wird. Der Star des heu­ti­gen Tages stammt aus Aus­tra­li­en und ist ei­ne ab­so­lu­te Schön­heit. Der Plec­tran­thus Mount Car­bi­ne wächst in den feucht­war­men Re­gio­nen von Queens­land und ist hier­zu­lan­de noch recht schwer zu be­kom­men. Die Blät­ter duf­ten un­glaub­lich in­ten­siv be­reits bei der Be­rüh­rung zi­tro­nig-li­mo­nig und auch ein biss­chen nach Min­ze, wo­bei die äl­te­ren Blät­ter ein et­was an­de­res Aro­ma ha­ben. Die kräf­ti­ge Pflan­ze wird rie­sen­groß, sie muss stän­dig ge­schnit­ten wer­den, weil sie schnell wächst. Sie ver­zeiht auch ra­di­ka­len Rück­schnitt bis kurz über dem Bo­den, will stets gut düngt wer­den, sehr hell bis voll­son­nig ste­hen und zwi­schen den Güs­sen im­mer wie­der fast gänz­lich aus­trock­nen. Über­win­tert wird in der Woh­nung.

Der Plec­tran­thus Mount Car­bi­ne ist ein ty­pi­sches Bei­spiel für ei­nes die­ser herr­lich maß­lo­sen Wu­cher­ge­schöp­fe, die gut ge­füt­tert wer­den wol­len und dann ein biss­chen ras­ten und ver­dau­en müs­sen, be­vor die nächs­te Or­gie los­geht. Apro­pos: Die Blät­ter, die er auf­grund die­ses ra­san­ten Wuch­ses in gro­ßer Men­ge lie­fert, füh­len sich nicht nur wun­der­bar sam­tig an wie Maul­wurfs­pel­ze, sie sind auch der­ma­ßen aro­ma­tisch, dass selbst klei­ne Stü­cke für ei­nen gan­zen Tee­kan­nen­auf­guss rei­chen. Ein gan­zes gro­ßes Blatt wä­re fast zu in­ten­siv für ei­ne nor­mal di­men­sio­nier­te Kan­ne.

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