ZEIT & ORT

Die Presse am Sonntag - - Werkstatt -

Sie­bens­tern­gŻs­se 41, 1070 Wi­en.

In ©em 1835 ge­grün©eten StŻmm­gesch´ft ©er FŻ­mi­lie Lo­ren­zi wer©en ©ie BerŻ­tung, ©er Ver­kŻuf un© ©ie ÜbernŻh­me von SchleifŻuftr´gen Żb­ge­wi­ckelt. Öff­nungs­zei­ten: Mon­tŻg–FreitŻg, 9-12.30 un© 14-18, SŻm­s­tŻg, 10-14 Uhr

LŻn©strŻ­ßer HŻupt­strŻ­ße 173, 1030 Wi­en.

Hier werkt Gesch´fts­füh­rer An©reŻs Lo­ren­zi mon­tŻgs bis freitŻgs Żn sei­nen MŻ­schi­nen. Die 2005 ©Żzu­ge­kŻuf­ten R´ume sin© Żus­schließ­lich ©er Werk­s­tŻtt ge­wi©met. Ter­mi­ne ©ort gibt es nur nŻch Ver­ein­bŻ­rung. www.lo­ren­zi.co.Żt zum Schlei­fen brin­gen. „Die Sche­re trennt die Spreu vom Wei­zen“, das ha­be er am ei­ge­nen Leib er­le­ben müs­sen. Als Lo­ren­zi das Ge­schäft über­nahm, wa­ren die Auf­trä­ge für Fri­s­eu­ro­der Schnei­der­sche­ren am Bo­den. Schnell wuss­te er war­um: Wenn man bei den 800 Eu­ro teu­ren ja­pa­ni­schen Sche­ren, die für ei­nen rich­ti­gen Schliff mehr als zehn Ar­beits­schrit­te be­nö­ti­gen, ei­ne fal­sche Höh­lung macht, sind sie wert­los. Lo­ren­zi fuhr nach Ja­pan, ließ sich dort bei ei­nem Sche­ren­her­stel­ler in des­sen Ge­heim­nis­se ein­wei­sen. Seit­dem tref­fen wie­der Schleif­auf­trä­ge aus ganz Ös­ter­reich am Spit­tel­berg ein.

»Der MŻrkt w´chst nicht, Żãer ©Żs An­geãot sinkt schnel­ler Żls ©ie NŻch­frŻ­ge.«

Der wah­re Sprung ins kal­te Was­ser kam je­doch nicht mit der Über­nah­me, son­dern im Früh­ling 2015, als ihr ein­zi­ger Mes­ser­schlei­fer, der auch Andre­as Lo­ren­zi selbst in das Hand­werk ein­ge­wie­sen hat­te, ins Aus­land zog. „Die Lern­kur­ve in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren war sehr steil“, sagt Lo­ren­zi la­chend. Ab die­sem Herbst soll der Mit­ar­bei­ter wie­der ne­ben ihm in der Werk­statt ste­hen. Ob der klei­ne Be­trieb die zu­sätz­li­chen Per­so­nal­kos­ten noch tra­ge? „Der Markt wächst nicht, aber das An­ge­bot sinkt viel schnel­ler als die Nach­fra­ge“, sagt Lo­ren­zi mit ei­nem Sei­ten­blick auf den Al­ters­schnitt sei­ner Kol­le­gen. Doch an­ders als in an­de­ren Be­ru­fen wer­de ein Mes­ser­schlei­fer nach Stück­zah­len, nicht St­un­den ent­lohnt. Da­für brau­che er schnel­le Kräf­te wie sei­nen alt­ge­dien­ten Kol­le­gen, die zu­min­dest die ei­ge­nen Per­so­nal­kos­ten tra­gen. „Wenn 15 Eu­ro net­to in der St­un­de zu­sam­men­kom­men, soll es mir recht sein.“ Mo­bil wie ©ŻmŻls. Der Trend ge­he aber nicht zu ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fend ge­führ­ten Lä­den wie de­nen der Lo­ren­zis in Bo­zen, An­co­na oder Wi­en, son­dern zu mo­bi­len Schleif­ser­vices. In Deutsch­land ge­be es Fran­chise­fir­men, die auf die­sem Ge­dan­ken auf­bau­en und von Groß­kü­che zu Groß­kü­che fah­ren. Andre­as Lo­ren­zi, ver­or­tet in sei­ner nord­ita­lie­ni­schen Fa­mi­li­en­ge­schich­te vol­ler fah­ren­der Schlei­fer­meis­ter, kann der Ent­wick­lung et­was ab­ge­win­nen. „Der fah­ren­de Han­del war nie ganz weg.“

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