Was will Dy­lan da­mit sa­gen?

Die Presse am Sonntag - - The Second Page - BEST

Was wir wis­sen: Bob Dy­lan hat es ge­tan. Er hat den No­bel­preis an­ge­nom­men. Das ver­kün­det das No­bel­preis­ko­mi­tee („If I ac­cept the pri­ze? Of cour­se“), das be­haup­tet auch je­ner Jour­na­list des „Dai­ly Te­le­graph“, der ex­klu­siv in der Sams­tags­aus­ga­be mel­den durf­te, dass Dy­lan sich so­gar freut: „Das ist schwer zu glau­ben“, wird der Mu­si­ker zitiert. „Wer hät­te das zu träu­men ge­wagt?“Und ja, er wer­de zur Ver­lei­hung kom­men, wenn es mög­lich sei.

Und hier wird es pro­ble­ma­tisch, denn dar­über, was der Künst­ler wirk­lich ge­sagt hat, schei­den sich die Geis­ter. Es kur­sie­ren un­ter­schied­li­che In­ter­pre­ta­tio­nen und Über­set­zun­gen, was auch da­mit zu­sam­men­hängt, dass der „Te­le­graph“den Mu­si­ker im Ti­tel mit „If I Can“zitiert, im Ar­ti­kel selbst aber mit ei­nem ver­bind­li­che­ren „If it’s at all pos­si­ble“. Und dem No­bel­preis­ko­mi­tee ge­gen­über hat­te er so­gar er­klärt, er ha­be sich noch gar nicht ent­schie­den.

Nach­dem wir al­so wo­chen­lang dar­über ge­rät­selt ha­ben, war­um Dy­lan schweigt, kön­nen wir jetzt wei­ter­ra­ten, was Dy­lan meint, wenn er spricht. Noch mehr Dy­lan-Ex­ege­se! Su­per! Bis 10. De­zem­ber ha­ben wir noch Zeit.

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