Ma­schi­nen­raum

VOL­LE KRAFT VOR­AUS DURCH DIE TECHNIKWELT

Die Presse am Sonntag - - Spielzeug -

Se­hen Sie schwarz? En­de Ok­to­ber wur­de nun auch in Ost­ös­ter­reich das Di­gi­tal­si­gnal für ter­res­tri­schen TV-Emp­fang (An­ten­nen­fern­se­hen) zwar nicht ab­ge­schal­tet, aber um­ge­stellt. Und zwar vom bis da­to gül­ti­gen Stan­dard DVB-T auf die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on, folg­lich DVB-T2. Zwar schaut der über­wie­gen­de Teil des Pu­bli­kums die „Zeit im Bild“oder die An­ge­bo­te von ATV, Puls 4 und Servus TV per Ka­bel oder Sa­tel­lit, aber rund fünf Pro­zent set­zen un­ge­bro­chen auf die ur­sprüng­lichs­te Form des Fern­seh­emp­fangs.

Sei es aus Kos­ten­grün­den, sei es aus Be­quem­lich­keit – die für die ent­spre­chen­de In­fra­struk­tur zu­stän­di­ge Fir­ma ORS (im Be­sitz von ORF und Raiff­ei­sen) hat je­den­falls un­ter der Mar­ke sim­pliTV ein ent­spre­chen­des Pa­ket­an­ge­bot ge­schaf­fen. DVB-T2 bringt, rein tech­nisch be­trach­tet, ei­ni­ge Vor­tei­le. Das Bou­quet der bis da­to frei emp­fang­ba­ren Pro­gram­me ist nun in HD-Bild­qua­li­tät zu er­le­ben, theo­re­tisch wä­ren auch mehr Sen­der in das – bis auf die GIS-Ge­büh­ren – kos­ten­freie Ba­sis­pa­ket in­klu­dier­bar. Aber hier en­det die al­te Me­di­en­welt und die Ge­schäfts­in­ter­es­sen der neu­en wer­den spür­bar. Da­mit man nicht wei­ter ins bild­lo­se Nar­ren­kastl schaut, be­nö­tigt man, je nach Al­ter und Aus­stat­tung des TV-Ge­räts, even­tu­ell fri­sche CI-Steck­kar­ten-Mo­du­le oder Re­cei­ver.

Ein wei­te­res Kastl im Fern­seh­schrank? Man zuckt, Kum­mer ge­wohnt, mit den Ach­seln. Und eilt zum Fach­händ­ler. Dort ist man er­freut, weil dem Kun­den even­tu­ell gleich ein Pat­schen­ki­no der ak­tu­el­len Ge­ne­ra­ti­on an­ge­dient wer­den kann, das oh­ne Zu­satz­in­stal­la­tio­nen aus­kommt. Auch die sim­pliTV-Be­ra­ter, die eil­fer­tig mit For­mu­la­ren win­ken, wei­sen nach­drück­lich auf die Vor­tei­le ei­nes frei­wil­li­gen Abo-Ab­schlus­ses hin. Mehr Sen­der! Mehr An­ge­bot! Frei­lich auch: Mehr­kos­ten.

Nun ist mir klar, dass die Be­reit­stel­lung und der Aus­bau der In­fra­struk­tur so­wie Ser­vice und Rund­um-In­for­ma­ti­on ei­nen Bat­zen Geld ver­schlin­gen. All die schlau­meie­ri­schen Abo-Of­fen­si­ven, die Ein­he­bung von Frei­schal­tent­gel­ten und die zu­neh­men­de Lü­cken­lo­sig­keit des GIS-Fang­net­zes dürf­ten im Ge­gen­zug doch ei­ni­ges ein­brin­gen. Ge­nug ist aber be­kannt­lich nie ge­nug. Mit wel­chen Ar­gu­men­ten man TV-Kon­su­men­ten – DVB-T2 kann theo­re­tisch von rund 90 Pro­zent der ös­ter­rei­chi­schen Haus­hal­te ge­nutzt wer­den, in Städ­ten reicht ei­ne sim­ple Zim­mer­an­ten­ne – nach­hal­tig von der Pflicht zur Kür be­we­gen will (und kann), bleibt of­fen.

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