Kunst­wer­te

WEG­WEI­SER FÜR AUK­TIO­NEN, MES­SEN UND GA­LE­RI­EN

Die Presse am Sonntag - - Kunstmarkt - VON EVA KOMAREK

Kon­kur­ren­ten. Die Wi­kam, ver­an­stal­tet vom Händ­ler­ver­band, ist die Kon­kur­renz­mes­se zur Art & An­tique. Au­ßer­ge­wöhn­lich ist dort das gro­ße An­ge­bot an­ti­ker Tep­pi­che.

Lieb­ha­ber von Kunst und An­ti­qui­tä­ten kom­men im No­vem­ber gleich dop­pelt auf ih­re Kos­ten. Denn ne­ben der Art & An­tique in der Wie­ner Hof­burg fin­det zeit­gleich die Wie­ner In­ter­na­tio­na­le Kunst & An­ti­qui­tä­ten­mes­se (Wi­kam) statt, die der Ver­band Ös­ter­rei­chi­scher An­ti­qui­tä­ten- und Kunst­händ­ler in den Pa­lais Fers­tel und Nie­der­ös­ter­reich ver­an­stal­tet. Das An­ge­bot der Mes­se um­fasst eben­falls das ge­sam­te Spek­trum von Kunst, An­ti­qui­tä­ten, Schmuck und Kunst­hand­werk, die Wi­kam hat al­ler­dings ein brei­te­res An­ge­bot an er­schwing­li­chen Sam­mel­ob­jek­ten. Ver­tre­ten sind vor al­lem Händ­ler aus Ös­ter­reich, aber es gibt auch Aus­stel­ler aus Deutsch­land.

Wie je­des Jahr gibt es wie­der ei­ne Son­der­aus­stel­lung, die sich heu­er der „Druck­gra­phik in Wi­en um 1900“wid­met. Al­len vor­an wer­den die Holz­schnit­te und Scha­blo­nen­spritz­tech­ni­ken von Lud­wig Hein­rich Jung­ni­ckel und die Pa­pier­schnitt­dru­cke von Franz von Zü­low ge­zeigt. Ge­mäl­de do­mi­nie­ren. Auch auf der Wi­kam do­mi­nie­ren Ge­mäl­de, und das An­ge­bot an mo­der­ner und zeit­ge­nös­si­scher Kunst wächst. Gleich zwan­zig Ga­le­ris­ten prä­sen­tie­ren Wer­ke die­ser Spar­ten, dar­un­ter Ar­bei­ten von Gun­ter Da­misch, Hel­mut Ditsch, Franz Gr­ab­mayr, Otto Mu­ehl, Her­mann Nitsch, Mar­kus Pra­chens­ky, Ar­nulf Rai­ner, Hu­bert Scheibl, Hu­bert Schma­lix und Tom Wes­sel­mann.

Die Wi­kam hat sich über die ver­gan­ge­nen Jah­re auch als Um­schlag­platz für an­ti­ke Tep­pi­che eta­bliert. Gleich sechs Händ­ler die­ser Spar­te sind näm­lich ver­tre­ten. Ein Spe­zi­al­ge­biet von Her­bert Bie­ler sind al­te und an­ti­ke No­ma­den­ar­bei­ten, zu de­nen sel­te­ne Knüpf­tep­pi­che, Zelt­bän­der und Kelims zäh­len. Er­gänzt wird das An­ge­bot mit ei­ner Aus­stel­lung von Ta­schen und Ta­schen­fron­ten des Kur­den­stam­mes der Jaff aus ei­ner hol­län­di­schen Privatsammlung. Die Jaff wa­ren einst No­ma­den und ne­ben ih­ren Tep­pi­chen vor al­lem be­rühmt für ih­re Sat­tel­ta­schen, die als gro­ße ge­knüpf­te Dop­pel­ta­schen zum Trans­port ver­wen­det wur­den. Meist wur­den die­se Ta­schen ge­trennt, und die Vor­der­sei­te zeigt ei­nen per­fek­ten Tep­pich im Mi­ni­for­mat, der bei Samm­lern sehr be­liebt ist. Den Hin­ter­grund des Mus­ters bil­det ei­ne Art Git­ter, des­sen un­ter­schied­li­che Farben den Cha­rak­ter der Ta­schen­front ent­schei­dend be­ein­flus­sen. Er­wäh­nens­wert ist auch Dr. Ro­ha­ni Tep­pich­kunst, der ei­ne der be­deu­tends­ten Samm­lun­gen per­si­scher Tep­pi­che des 19. und 20. Jahr­hun­derts auf der Mes­se an­bie­tet.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.