Spiel­raum

EIN STEILPASS IN DIE TIE­FE DES SPORTS

Die Presse am Sonntag - - Sport -

ster­reichs Sport sucht nach Antworten, um der Sta­gna­ti­on zu ent­flie­hen, zu­künf­ti­ge Sie­ger zu fin­den, sie auch pas­send zu för­dern. Von Sport­mi­nis­ter Hans Pe­ter Do­sko­zil war oft zu hö­ren, dass er ein Mo­dell an­stre­be, in dem al­le För­der­töp­fe zu ei­nem ein­zi­gen ver­schmel­zen. Frei von po­li­ti­scher Mo­ti­va­ti­on, In­ter­ven­ti­on und der Freun­derl­par­tie. Auch sucht der Mi­nis­ter wei­ter­hin nach ei­ner ge­eig­ne­ten Ka­pa­zi­tät, die der ihm vor­schwe­ben­den, un­ab­hän­gi­gen För­der-Stif­tung oder -Ges­mbH vor­ste­hen soll. Aber noch feh­len Ge­set­zes­no­vel­len, auch ist der Sport wei­ter­hin nicht ins Schul­pro­gramm als Fix­be­stand­teil in­te­griert – es sind vie­le, wenn nicht so­gar zu vie­le of­fe­ne Bau­stel­len.

Ös­ter­reich sucht Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten, nach Ty­pen mit welt­wei­ten Kon­tak­ten, Know-how. Nach Fach­kräf­ten, die best­mög­lich Aus­lands­er­fah­rung ha­ben, al­so Ver­glei­che zie­hen kön­nen. Nach Ex­per­ten, die Lü­cken im Sys­tem ken­nen, be­ar­bei­ten und schlie­ßen. Nach Men­schen, die Be­we­gung, Spaß dar­an und Er­folg ver­kör­pern. Nun si­cker­te ein Na­me aus dem Mi­nis­te­ri­um durch: Geb­hard Gritsch.

Der Ti­ro­ler, 60, ist Leis­tungs­sport­be­ra­ter und Trai­ner, seit 2009 Fit­ness­trai­ner des Ten­nis­stars No­vak Djo­ko­vic.´ Der Sport­wis­sen­schaft­ler war Te­am­chef der Phil­ip­pi­nen, in In­do­ne­si­en, die Lie­be führ­te ihn nach Neu­see­land. Auch in Hong­kong oder in den USA hat­ten sei­ne Me­tho­den Sinn und Ziel.

Gritsch, der zwei Kin­der, in Wi­en und Klos­t­er­neu­burg Woh­nun­gen hat, könn­te – es gab dies­be­züg­lich im Som­mer be­reits Ge­sprä­che –, Ko­or­di­na­tor des Som­mer­sports wer­den. Auch wä­re ihm die Po­si­ti­on des Lei­ters im Bun­des­sport­zen­trum Süd­stadt (nicht nur Ten­nis) auf den Leib ge­schnei­dert – ein an­de­rer hält ihn aber be­reits für den Nach­fol­ger von Hans Hold­haus als Chef im IMSBLeis­tungs­zen­trum. Die Ein­rich­tun­gen lie­gen in­ter­es­san­ter­wei­se ne­ben­ein­an­der, es ist mehr als nur ein Ge­rücht. „Pres­se“-In­for­ma­tio­nen zu­fol­ge sei man „tun­lichst dar­um be­müht, die­sen Fach­mann für Ös­ter­reichs Sport zu ge­win­nen“. Aber, Do­sko­zil statt Djo­ko­vic?´ Wä­re das ein Kar­rie­re­schritt, den ein Ex­per­te wie Gritsch wirk­lich an­strebt?

Den­noch, es wä­re ein fa­ta­les Si­gnal, wür­de nicht bald ein Ka­pa­zun­der prä­sen­tiert wer­den, der ei­nem Neu­an­fang im ös­ter­rei­chi­schen Sport vor­ste­hen soll. Es wä­re ir­ri­tie­rend, wenn es doch kein vom Gieß­kan­nen­prin­zip be­frei­tes För­der­sys­tem, kein Ge­setz – al­so kei­ne Sport­re­vo­lu­ti­on ge­ben wür­de. Die Dis­kus­si­on läuft Ge­fahr, als klas­sisch lee­res Ver­spre­chen un­ter­zu­ge­hen.

In­stal­liert man Fach­leu­te, gibt man ih­nen Frei­heit und Mit­tel, wä­re ein Um­den­ken in Ös­ter­reich, das Er­wach­sen ei­ner Be­we­gungs­kul­tur kei­nes­wegs il­lu­so­risch – wenn sie denn die Po­li­tik im Sport, ih­rem Ver­sor­gungs­pos­ten­or­bit, denn tat­säch­lich will.

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