Die­ser Herr glaubt an gar nichts

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THOMAS KRA­MAR

The Ma­gne­tic Fiel­ds: »No«. Ei­nem Mann, der be­reits ein Al­bum mit 69 Lie­bes­lie­dern („69 Lo­ve Songs“) und ei­nes na­mens „i“(mit lau­ter Songs, die mit die­sem Buch­sta­ben be­gin­nen) ver­öf­fent­licht hat, traut man auch ei­nen Song zu, der al­le For­men des Glau­bens und Aber­glau­bens auf ein­mal ver­wirft, das ul­ti­ma­ti­ve Skep­tiker­lied so­zu­sa­gen, wie „Ima­gi­ne“oh­ne Glau­ben an das Gu­te. „No“ist ge­nau das. Im küh­len, stren­gen Mit­tel­teil zählt Mer­ritt tro­cken auf: Scott glaubt an flie­gen­de Un­ter­tas­sen, Karl an die Re­vo­lu­ti­on, Caroline an Fe­en, Yo­shi an Wie­der­ge­burt und so wei­ter. Da­vor und da­nach stellt er zu üp­pi­ger Be­glei­tung, um­ju­belt von Stim­men, die man in an­de­rem Kon­text fromm zu nen­nen ver­sucht wä­re, Fra­gen („Is the­re a man in hea­ven loo­king out for you?“, „Will the­re be peace in our time?“etc.) und be­ant­wor­tet sie ka­te­go­risch: „No.“Was bleibt denn da? Im­mer­hin ei­ne fei­ne Mi­nia­tur (kaum zwei­ein­halb Mi­nu­ten) von Song.

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