FA­BI­AN REI­CHER

Die Presse am Sonntag - - Leben -

So­zi­al­ar­bei­ter Back Bo­ne sieht ge­ra­de das Her­zei­gen des Vi­de­os als Pro­blem. „Wer in ei­ner ähn­li­chen Si­tua­ti­on ist, wird zum Nach­ah­men ani­miert.“Er hält die Auf­merk­sam­keit, die das Vi­deo be­kom­men hat, für un­ver­hält­nis­mä­ßig. „In Sy­ri­en wer­den Men­schen um­ge­bracht, und hier denkt sich ein Nach­ah­mer, was kann ich er­rei­chen.“Er plä­diert da­für, we­der Na­me noch Vi­deo zu zei­gen, so wie es in Frank­reich man­che Zei­tun­gen bei At­ten­ta­ten hand­ha­ben. Dass Face­book das Vi­deo nicht so­fort ge­löscht hat, är­gert ihn: „Ein ge­winn­ori­en­tier­tes Un­ter­neh­men re­gelt das Zu­sam­men­le­ben.“ Lehr­stel­le ge­fun­den. Aber hat es dem Op­fer ge­scha­det? Patri­ci­as An­wäl­tin As­trid Wa­gner be­rich­tet in­des be­geis­tert, dass das Mäd­chen – das selbst schon ge­walt­tä­tig ge­wor­den sein soll – ein An­ge­bot für ei­ne Lehr­stel­le be­kom­men ha­be. „Die po­si­ti­ve Wir­kung über­wiegt“, sagt sie auf die Fra­ge, ob man das Vi­deo nicht so­fort off­line neh­men hät­te müs­sen. „Wenn man So­ci­al Me­dia rich­tig ein­setzt, ist das ein Vor­teil.“Und er­in­nert an ei­nen Fall, wo ei­ne Mut­ter in ei­nem Sor­ge­rechts­streit Recht be­kam. „Oh­ne die Öf­fent­lich­keit“, sagt sie, „hät­te das nicht funk­tio­niert.“

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