Ny­borg oder Un­der­wood?

Oder: War­um man Do­nald Trump bald öf­ter in sei­nem Lieb­lings­lo­kal tref­fen könn­te.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLO­RI­AN ASAMER

Un­der­wood aus „Hou­se of Cards“gar zu of­fen­sicht­lich aus­ge­fal­len. So ist Un­der­wood – sehr zum Leid­we­sen sei­ner Se­cret-Ser­vice­Mann­de­ckung – im­mer wie­der ein­mal aus sei­nem eng re­gle­men­tier­ten Ta­ges­ab­lauf aus­ge­bro­chen, um in sei­nem Lieb­lings­gril­lim­biss Spare­ribs zu es­sen. Am al­ler­liebs­ten zum Früh­stück üb­ri­gens. Do­nald Trump wie­der­um hat, so wur­de Mit­te der Wo­che be­rich­tet, mit Stab und Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen das Steak­hou­se sei­nes Ver­trau­ens be­sucht. „Trump Steak“lau­te­te die da­zu­ge­hö­ri­ge Schlag­zei­le.

Wie der Im­mo­bi­li­en­ty­coon, der doch seit ge­rau­mer Zeit ge­wöhnt sein dürf­te, sein Um­feld nach sei­ner Pfei­fe tan­zen zu las­sen, mit den Ein­schrän­kun­gen des mäch­tigs­ten Am­tes der Welt zu­recht­kommt, wird sich erst her­aus­stel­len. Weil, auch das ha­ben wir im Fern­se­hen ge­lernt: Ein Prä­si­dent ist in ers­ter Li­nie ein Ge­fan­ge­ner der Um­stän­de. Selbst Ke­vin Spacey als mit al­len Was­sern ge­wa­sche­ner Frank Un­der­wood stieß im Wei­ßen Haus re­gel­mä­ßig an sei­ne Gren­zen.

Doch das wird über­haupt die Fra­ge sein: Ist die wah­re Welt mehr wie in „Bor­gen“? Dort schafft es die Op­po­si­ti­ons­po­li­ti­ke­rin Bri­git­te Ny­borg über­ra­schend an die Re­gie­rungs­spit­ze und he­belt die Po­lit­pro­fis mit ih­ren un­kon­ven­tio­nel­len An­sät­zen aus. Oder ist das Le­ben doch wie „Hou­se of Cards“? Dann könn­te man sich nach der Trump-Wahl wie­der ent­span­nen. Denn ein Po­li­tik­neu­ling oh­ne das Wis­sen um die Mecha­nis­men des Re­gie­rens hät­te dort kei­ne Chan­ce.

Da­für aber je­de Men­ge Zeit für Be­su­che in sei­nem Lieb­lings­steak­hou­se.

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