Soul­sän­ge­rin Sha­ron Jo­nes an Krebs ge­stor­ben

Die Presse am Sonntag - - Menschen -

Der Mu­sik­in­dus­trie galt sie als zu schwarz, zu dick, zu häss­lich. Um zu über­le­ben, muss­te sich Soul­sän­ge­rin Sha­ron Jo­nes als Wär­te­rin im Ri­ker’s-Is­lan­dGe­fäng­nis und als Ver­käu­fe­rin bei Ma­cy’s ver­din­gen. En­de der 1990er wur­de sie vom La­bel Dap­to­ne ent­deckt, 2002 nahm sie ihr De­büt­al­bum „Dap-Dip­pin“auf. Amy Wi­ne­hou­se spiel­te mit dem­sel­ben Team ih­ren Welter­folg „Back to Black“ein. Das half auch Jo­nes’ Plat­ten­ver­käu­fen. „Re­tro“galt ihr den­noch als Schimpf­wort. Sie de­fi­nier­te sich als er­di­ge Dee­pSoul- und Funk-Sän­ge­rin. An­ders als Wi­ne­hou­se war sie ei­ne ge­bo­re­ne Per­for­me­rin, die auch mit Michael Bubl´e und Lou Reed tour­te. Sie re­üs­sier­te mit er­di­gem Ge­s­angs­duk­tus. Ge­ziert­hei­ten lehn­te sie ab. Schon schwer er­krankt prä­sen­tier­te sie vor zwei Jah­re ihr fa­mo­ses Al­bum „Gi­ve the Peop­le What They Want.“Trotz Che­mo­the­ra­pie trat sie da­mals live oh­ne Pe­rü­cke auf. „Man soll mir den Kampf ge­gen die Krank­heit an­se­hen“, sag­te sie trot­zig. Jetzt hat sie die­sen mit nur 60 Jah­ren ver­lo­ren.

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