KOM­MU­NIS­MUS

Die Presse am Sonntag - - Tod Castros -

Hu­go Cha­vez,´ des­sen Öl­ge­schen­ke Ku­ba auf dem Grau­markt zu Dol­lar ma­chen konn­te. Nun wird in Pe­king ge­wiss ge­nau mit­ver­folgt, ob Do­nald Trump tat­säch­lich das Tau­wet­ter be­en­det, wie im Wahl­kampf an­ge­kün­digt. Ge­schen­ke des Im­pe­ri­ums. Dass die Castros, die seit 57 Jah­ren kei­ne Wah­len mehr ab­ge­hal­ten und kei­ne freie Pres­se zu­ge­las­sen ha­ben, bis heu­te von ei­nem Groß­teil der Welt jen­seits des Wohl­stand­s­äqua­tors be­wun­dert wer­den, grün­det dar­in, dass Ku­bas Re­vo­lu­ti­on zu­min­dest ei­nen Teil ih­rer Zie­le wirk­lich um­ge­setzt hat. Dass Schwar­ze die glei­chen Bil­dungs­chan­cen wie Wei­ße be­ka­men. Dass es mehr Ärz­te und we­ni­ger An­alpha­be­ten gibt als in al­len Schritt­wei­se wand­te sich Cas­tro dem Kom­mu­nis­mus zu, denn die Be­we­gung war ur­sprüng­lich nicht so­zia­lis­tisch aus­ge­rich­tet. Er nä­her­te sich u. a. an die So­wjet­uni­on an (im Bild mit Ch­ruscht­schow, 1961). Die Fron­ten mit den USA ver­här­te­ten sich, Cas­tro über­leb­te et­li­che CIA-Mord­ver­su­che. an­de­ren Schwel­len- und Ent­wick­lungs­län­dern. Und dass Cas­tro nie­mals zö­ger­te, die­se Er­run­gen­schaf­ten zu tei­len. In über 100 Staa­ten hal­fen und hel­fen ku­ba­ni­sche Ärz­te und un­ter­rich­ten ku­ba­ni­sche Leh­rer und Sport­trai­ner.

Dass sein Bru­der Ba­rack Oba­ma die Hand schüt­tel­te, be­hag­te Fi­del nicht. „Ku­ba braucht kei­ne Ge­schen­ke des Im­pe­ri­ums“, schrieb er in sei­ner letz­ten, im­mer noch wort­ge­wal­ti­gen „Re­fle­xi­on“im Zen­tral­or­gan „Gr­an­ma“nach der Vi­si­te Oba­mas En­de März. Der Tod des „ma­xi­mo´ l´ıder“kann für Ku­ba zu ei­ner his­to­ri­schen Zä­sur wer­den. Wo­mög­lich be­schleu­nigt er die zag­haf­ten An­sät­ze ei­ner Öff­nung. Und für die Welt be­deu­tet Fi­del Castros Tod wohl das de­fi­ni­ti­ve En­de des 20. Jahr­hun­derts. Prä­si­dent Russ­lands

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