US-Wahl: Wis­con­sin muss neu aus­zäh­len

WŻhl­mŻ­schi­nen. Die grü­ne Kan­di­da­tin St­ein hat die Neu­aus­zäh­lung be­an­tragt. Penn­syl­va­nia und Mi­chi­gan könn­ten fol­gen.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

WŻs­hing­ton. Es ist nicht das ers­te Mal, dass Wahl­ma­schi­nen vor und nach ei­ner US-Wahl für Zo­res sor­gen. Nun hat die grü­ne Kan­di­da­tin Jill St­ein we­gen „Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten“die Wie­der­aus­zäh­lung der Stim­men im Bun­des­staat Wis­con­sin be­an­tragt. Zu­vor hat St­ein per Crowd­fun­ding in­ner­halb kür­zes­ter Zeit mehr als fünf Mil­lio­nen Dol­lar ge­sam­melt, denn wer die Wie­der­aus­zäh­lung ver­langt, be­zahlt sie auch selbst. Nun muss es schnell ge­hen: Die ört­li­chen Be­hör­den ha­ben bis 13. De­zem­ber Zeit, die ab­ge­ge­be­nen Stim­men (Wahl­ma­schi­ne, Ur­ne) neu zu zäh­len und ab­zu­glei­chen.

In Wis­con­sin lag der re­pu­bli­ka­ni­sche Kan­di­dat Do­nald Trump über­ra­schend mit rund 27.000 Stim­men vorn und hol­te sich al­le zehn Wahl­män­ner. Zwar nicht nur in Wis­con­sin, aber auch hier wie­sen Com­pu­ter-Ex­per­ten dar­auf hin, dass die Wahl­ma­schi­nen an­fäl­lig für Feh­ler und Ha­cker­an­grif­fe von au­ßen sei­en. Auf­ge­fal­len ist Be­ob­ach­tern auch, dass die De­mo­kra­tin Hil­la­ry Cl­in­ton bei den Wahl­ma­schi­nen-Stim­men deut­lich schlech­ter ab­ge­schnit­ten hat als bei den Stimm­zet­teln aus Pa­pier. Die im Wahl­kampf chan­cen­lo­se Jill St­ein wird mög­li­cher­wei­se auch in Penn­syl­va­nia und Mi­chi­gan ei­ne Neu­aus­zäh­lung be­an­tra­gen; da­für braucht sie noch Geld. Für Mi­chi­gan und Wis­con­sin ge­he das bis­her ein­ge­sam­mel­te Geld aus, für Penn­syl­va­nia brau­che sie noch wei­te­re fünf Mil­lio­nen Dol­lar.

Wür­de Cl­in­ton die Wahl­män­ner al­ler drei Teil­staa­ten er­hal­ten, hät­te sie Trump ge­schla­gen. In die­sen drei Bun­des­staa­ten hat Trump ge­won­nen, wie­wohl sie ei­gent­lich als de­mo­kra­ti­sche Län­der ge­gol­ten ha­ben. In Mi­chi­gan führt der Re­pu­bli­ka­ner mit rund 11.600 Stim­men, in Penn­syl­va­nia mit rund 68.200 Stim­men. Bei den ab­ge­ge­be­nen Stim­men ins­ge­samt führt laut of­fi­zi­el­ler Aus­zäh­lung ei­gent­lich Cl­in­ton mit rund 1,3 Mil­lio­nen Stim­men mehr, aber ent­schei­dend ist das Wahl­män­ner­sys­tem. Ex­per­ten zei­gen sich je­doch skep­tisch, dass in den drei Bun­des­staa­ten tat­säch­lich ma­ni­pu­liert wur­de. Zu der Neu­aus­zäh­lung hat sich Hil­la­ry Cl­in­ton bis­her nicht ge­äu­ßert. Mehr als die Fra­ge, ob Cl­in­ton oder Trump vorn lie­gen, wol­len die Ex­per­ten ge­klärt wis­sen, ob die Ma­schi­nen als si­cher gel­ten kön­nen.

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